Reise zur schwarzen Sonne

Die Sonne im h-alpha Licht mit partieller Bedeckung


 

Meine erstes Sonnenfinsternis-Erlebnis durfte ich mit Freunden im Jahr 1999 genießen - eine totale Finsternis, die quer durch den süddeutschen Raum verlief. Vor und nach diesem Tag gab es wohl kein anderes Naturschauspiel, das ich beeindruckender empfunden hätte. 

Und somit war schon damals der Gedanke geboren:

 

Das bitte noch einmal - irgendwann.

 

 

Idee

Anfang des Jahres 2014 suchte ich nach einer Übersicht der kommenden Sonnenfinsternisse mit den dazu gehörigen geografischen Orten. Aus den Daten beschloss ich das Jahr 2017 zu nutzen, da alle anderen Ereignisse über schwer erreichbare Regionen stattfanden. Zudem verläuft der Schatten in den USA recht günstig quer durchs Land. Da müsste doch eine Gegend mit günstigen klimatischen Bedingungen zu finden sein?

Ein ähnlicher Logenplatz in Deutschland wie damals 1999, ist erst im Jahr 2081 wieder erlebbar. Das wäre eindeutig zu optimistisch für mich.

 

 

Sonnenfinsternis für Unbedarfte

Was eine Sonnenfinsternis im technischen Sinne ist, zählt zum Allgemeinwissen oder kann zumindest im technischen Ablauf vielfach im Netz abgerufen werden. Aber was ich erstaunlicher Weise seit 1999 bei Erwähnung dieses Themas in einer permanenten Wiederholung erlebe, ist ein nachvollziehbares Unwissen über das kognitive Erleben eines derartigen Naturschauspiels. So ist die schnelle Standardantwort auf die Frage: Hast du sowas auch schon einmal erlebt: "Ach, das ist doch diese Halbsonne! Ja hab ich 1999 gesehen, aber dass du dafür so viel Aufwand betreibst (damals 700km Autobahn, jetzt tausende km), versteh ich nicht."

 

Wer sich 1999 nicht im Kernschatten befand, konnte in ganz Deutschland die angeknabberte Sonne sehen. Dabei vergleiche ich das gern mit dem berühmten Eisberg, dessen Spitze aus dem Wasser ragt.Die Masse, in diesem Falle die Hauptattraktion, ist aus einer partiellen Finsternis nicht ableitbar. Das muss man erleben - und wenn ich dieses Mal auch wieder das Glück habe (was ich verdammt hoffe), dann bin ich gespannt, wie ich es dieses Mal empfinden werde und ob es ansatzweise vermittelbar ist. Denn das ist meine ja Absicht ;-)

 

 


Vorbereitungen zur Reise

 

 

Welche Aspekte sind für eine hobby-astronomisch motivierte Reise von besonderer Priorität (von den organisatorischen bzw. notwendigen Dingen abgesehen)?

 

In erster Linie hängt das vom zu beobachtenden Objekt ab. In diesem Fall ist das eine Sonne, die mal eben vom Mond versteckt wird -  für eine lächerlich kleine Zeitspanne - denn Zeit ist ja relativ. Ohne besondere technische und mentale Vorbereitungen ist der Aufwand kaum zu rechtfertigen.


Für die technisch interessierten Leser ist vielleicht die folgende Frage interessant:

Wie bereite ich mich auf das Ereignis am besten vor?

Die größte Lehre aus dem Jahr 1999 ist: Gestalte die Beobachtung so einfach wie möglich und konzentriere dich so mit deinen Sinnen auf die Natur. Wenn es soweit ist, darf kein ausgelutschter Kamera-Akku Hektik verbreiten, kein Gefummel an Teleskopen ablenken oder wackeliges Stativ das Objekt der Begierde aus dem Blickfeld reißen... Nicht das es 99 so gekommen war, aber die Technik soll wirklich nur unauffällig dem Genuss dienen. Wir hatten damals z.B. aus Neugier den Temperaturabfall gemessen, was unnötig ablenkte und ein Datenlogger viel besser kann.

Teleskope

Der Blick auf die totale Verfinsterung im Jahre 1999, durch ein selbstgebautes Teleskop meines Freundes Holger, war gigantisch - das will ich unbedingt noch einmal sehen.  Also muss eine entsprechende Sehhilfe mit, nur welche? Wie viel Technik-Gewicht kann ich dem Gepäck zumuten und welche Socke muss dafür zu Hause bleiben?
Den besten Kompromiss aus Mobilität und optischer Qualität sehe ich im Skywatcher Equinox 80, ein Kleinteleskop mit hervorragend korrigierter ED-Optik. Aber es ist auch kein ausgesprochenes Leichtgewicht.


Natürlich möchte ich bei der heutig zur Verfügung stehenden Kameratechnik auch ein paar tolle Fotos gewinnen, aber bitte automatisch durch die eigenen Kameraintervalle (Selbstauslöser). Damit verspreche ich mir eine händische und gedankliche Freiheit. Ob's klappt, wird die Praxis zeigen.

 

Der bequeme Typ
Für eine automatische Nachführung sorgt eine winzige mobile Nachführungseinheit der Firma Vixen. Sie nennt sich Polarie, trägt ca. 3 kg und soll die Sonne mit Systemkamera und Solarscope verfolgen. Wird die totale Verdunklung am gewählten Standort nur etwas über 2 min dauern, erlauben die partiellen Phasen mehrere Stunden Beobachtung. Hier ist stets für jede Optik ein professionelles Filter für das Sonnenlicht nötig.

 

 

Für den schnellen Blick

Eine spezielle Sonnenbrille, die ich aus Pappe und AstroSolar Filterfolie zusammen geschnippelt habe, sowie ein kleines Faltglas mit selbiger Folie sind für die schnellen Blicke gen Sonne gut geeignet.

 

Kleinvieh macht auch Mist

"Das Weltall ist groß, besonders oben!" sagte schon Wilhelm Busch. Deshalb gönne ich mir neben Stativ, Schwenkkopf und Weitwinkel-Okular auch einen 90°-Umlenkspiegel. Dies alles ermöglicht ein bequemes Beobachten. Ich bin gespannt, ob ich die Grenzwerte beim Gepäck einhalten kann. Ein erster Gewichtstest lässt mich zweifeln, denn 23 kg sind beim Probe packen schnell erreicht.

 

Das Solarscope

Dieses Scope könnte als Geheimwaffe für die Phasen vor und nach der Totalität eingesetzt werden. Es handelt sich um ein H-Alpha-Teleskop von SOLARSCOPE "Isle Of Man". Es ist extrem kompakt und wohl das Beste in puncto Qualität, was es für diese Größe gibt.

Das besondere daran ist, dass man die Protuberanzen auf der Oberfläche der Sonne sehen kann.

Während der Totalität sieht man diese Fackeln auch ohne Teleskop über dem Mondrand stehen.

Start

Entspannte Reise mit dem Zug von Dresden nach Potsdam zur ersten Übernachtung

 

Endlich sitze ich im Zug Richtung Berlin. "Endlich" deswegen, weil die Packerei ein Ende hat. Ich war vor vielen Jahren in den USA und bin auch, davon abgesehen, flugreisenerprobt. Aber das Gewicht des Gepäcks ist dieses Mal eine Herausforderung. Die gesteigerten Sicherheits- und Transportbestimmungen erfordern zudem mehr Kompromisse bei der Zusammenstellung des Equipments. Ich wusste beispielsweise nicht, dass man keine Stative mehr als Handgepäck transportieren darf. Sowas klebte sonst immer am Rucksack. Das Stativ passt aber nicht in den Koffer, ich musste es komplett zerlegen und die Rohre platzraubend verstauen.

 

Speziell das kompakte Sonnenteleskop erwies sich durch die solide Bauweise als undankbarstes bzw. schwerstes Objekt. Das Koffergewicht war am Limit, so muss es ins Handgepäck. Ich hoffe, am Flughafen lässt man mich dieser Keule durch und sieht darin keine Gefahr.

 

Was gibts noch zu sagen

Bis zur Finsternis kann natürlich einiges schief gehen. Von den erwähnten Transportbestimmungen abgesehen, ist die größte und nicht beeinflussbare Unsicherheit das Wetter. Klima ist bekanntlich das, was man erwartet. Wetter aber das, was man bekommt. Die Wahrscheinlichkeit für Wolken am Zielort liegt immerhin bei 40%. Die Reise wird spannend.

 

Streng genommenen dauert der eigentliche Reisegrund nur 2 min - verrückt, oder? Es wäre aber grotesk, wenn ich diese Tatsache als Bewertungsmaßstab für eine gelungene Reise ansetze, denn in Wahrheit wird das Reiseziel von einem bunten Strauß weiterer Stationen begleitet. Das spannendste bleibt das Reisen selbst - der Weg ist bekanntlich das Ziel.

 

 

Randbemerkungen zur Sonnenfinsternis

Selbst in wissenschaftlich orientierter Literatur geht man einleitend auf die ergreifende Wirkung von totalen Sofi-Ereignissen ein. Es werden vom beobachtenden Menschen alle Sinne abgefordert. Unter dem starken Einfluss des Erlebens brechen bei den meisten Leuten alle Pläne und lehrbuchartigen Vorbereitungen in sich zusammen. Das kann ich aus der Finsternis 1999 teilweise bestätigen.

 

Im Gegensatz dazu ein lustiger Schnipsel aus dem Jahr 1999:

Ich stand mit der Gruppe von Freunden auf einer Anhöhe, mitten im Zentrum des Totalitätspfades. Wir konnten zahlreiche Menschen überall in der Umgebung sehen. Im Moment der Totalität hörten wir die ergreifenden Rufe der überraschten Beobachter. Alle waren überrascht? Nein, nicht alle. Ein völlig unbeeindruckter Bauer, welcher mit dem Traktor das Feld hoch und runter fuhr, blieb mir im Gedächtnis hängen. Vielleicht war es damals der erste Biobauer, der sich bei außergewöhnlichem "Mond"-Licht eine besondere Ernte versprach. So ging das wohl los, damals...

 

Die Flut kommt

Ich habe von einem Astrokollegen erfahren, dass sich angeblich insgesamt 27 Millionen Menschen auf den Weg zur Sofi machen. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass dies stimmt. Ich bin sprachlos - die DDR hatte im Vergleich 17 Millionen Einwohner.

Ich hätte wohl lieber eine Leiter mitnehmen sollen, um aus den Massen raus sehen zu können.

 

 

Ankunft in Berlin

Der Zug war trotz oder gerade wegen des Wochenendes stark ausgelastet. Ich hatte Glück einen Platz ohne Reservierung zu ergattern und lies mich entspannt neben einer jungen Dame nieder. Sie tippte sagenhafte 2 Stunden auf ihrem Handy herum. Der olle Konsalik würde anhand der Textmasse erblassen. Ich dagegen bin fertsch und klappe das iPad zu. Eine hässliche Melodie zerreist die Stille und Berlin wird angekündigt.

 

Jetzt, nach der Ankunft bei Verwandten gibts noch ein Bier - nein zwei - und der Tag pendelt aus. Morgen 7 Uhr geht's nach Schönefeld

-jippie-

 

Nachtrag: Wie konnte ich das unterschlagen! Ich möchte mich hier und vor allen Leuten für die herausragende Soljanka bedanken - das letzte richtige Essen vor Amerika *feix*  ---- muss am Bierchen gelegen haben.

Happy Day

Problemloser Flug nach Stansted, tolle Wanderung zur Hall Farm und Einkehr in den nächstgelegenen Pub 

 

Morgens....

... klingelt 6 Uhr (nach einer ruhigen Nacht) der Wecker. Der Transfer um diese Zeit zum Flughafen ist natürlich eine Wonne. Das setzte sich allerdings nicht fort, denn ich habe den Eindruck, dass Berlin-Schönefeld irgendwie am Limit arbeitet. Der traurig dahinstehende neue Flughafen lässt grüßen.

Die Sicherheitskontrollen verliefen problemlos. Keine Nachfragen.  Kurios fand ich den Umstand, dass auch eine Stunde vor Abflug noch nicht das Gate feststand.

 

Vorschau auf Yellow-Stone

Im Flugzeug habe ich das iPad ausgepackt, um mir einen der vielen Filme anzusehen, mit denen ich vorsorglich das iPad bis Anschlag fütterte. Als erstes wählte ich eine Doku über den Yellowstone-Nationalpark. Das war derartig interessant, dass ich traurig war, als ich schon in London einschwebte und den Film unterbrechen musste. Wau ging das schnelle ;-)

So könnte das morgen auf dem Weg nach Las Vegas funktionieren.

 

Stansted

Der Flughafen in der Nähe von London ist sehr übersichtlich, vergleichbar mit Dresden. Jedoch ist der Flugverkehr hier in keinster Weise vergleichbar. Klein Frankfurt würde eher passen. Unendlich viele Menschen halten sich hier auf.

 

Anfänglich wollte ich unmittelbar nach der Landung weiter nach Las Vegas reisen. Aber der Zwischenstopp von nur 2 Stunden war mir zu risikoreich. Daher habe ich mir in der Nähe eine kleine fantastische Unterkunft gebucht. Es ist die Church Hall Farm in Broxted. Dorthin werde ich eine Wanderung von exakt 3,6 Miles unternehmen.

 

Bevor ich mich auf den Weg machte, hinterließ ich meinen Koffer in der Aufbewahrung am Flughafen. Der Servicemensch hob sich beinah einen Bruch und schaute mich entsetzt an. Ich erklärte ihm mein Vorhaben. Er reagierte sehr interessiert.

 

Das wandern ist des....

Bereits vor dem Landeanflug ist mir etwas Tolles aufgefallen. Die Landschaft östlich von London ist durchzogen von kleinen Landstraßen. Wie Krümel befinden sich dort verstreut unzählige einzelne Häuser bzw. Gehöfte. Mal schauen, ob sich dies bestätigt.

Aus der Nähe sieht alles noch viel schöner aus. Winzige Häuser, allesamt Unikate und wahrscheinlich sehr alt. Das bestätigt auch später der Gastgeber der Hall Farm.

 

 

Die Sonne bahnte sich erfolgreich den Weg nach unten und es versprach ein entspannter Sonntag zu werden. Ich hielt mich immer entlang einer schmalen Landstraße.

Nach einer Meile kam ich bei einer Einfahrt vorbei, an der "happy days" stand. Happy war ich ja schon und blickte interessiert in das Anwesen. Hinter einer hohen Hecke standen 20 Autos und im Garten bestimmt doppelt so viele weiße Stühle. Alle an einer  Linie aufgreiht (ähnlich wie im Kino). Eine ausschweifende Gartenparty war im Gange. Obwohl ich den Weg kannte, entschloss ich mich, nach dem Weg zu fragen - das diente als Vorwand für meine Neugier. Wie sich herausstellte, war das eine Geburtstagsparty.

 

 

Nach einer weiteren Meile stand ich vor einem abgeernteten Kornfeld, Stroh lag am Rand, direkt im Schatten eines Baumes, super. Dieser Platz war ideal für eine kleine Pause- 20 min sind doch gestattet.

Nach über 90 min wachte ich aus einem echten Tiefschlaf auf. Ich war tatsächlich eingepennt. Genial!  Über mir zogen Schäfchenwolken und ich realisierte langsam, wo ich überhaupt war. Das tat wirklich gut. Ich schulterte wieder meinen Rucksack und weiter ging es.

 

Hall Farm

Auf den Bildern sah die Unterkunft schon schick aus, aber vor Ort war es noch viel schöner. Ein wirklich super freundlicher Eigentümer begrüßte mich in einem für meine Ohren sehr verständlichem Englisch. Obwohl das nicht gerade meine Stärke ist, verstand ich fast alles und wir kamen sehr rasch in ein ausschweifendes Gespräch.

 

Nach 30min bot er mir an, dass er mich persönlich zu einem Pub fährt - dort arbeiten sehr freundliche Leute und Bier ist reichlich vorhanden.... Was sagt man dazu?

 

Jetzt sitze ich im Pub und trinke das erste Bierchen, weitere dürften folgen - denn es ist mein erster Besuch in einem Pub in England. 

 

Das coole ist: Wenn ich fertig bin, ruft der Wirt bei meinem Wirt an und der holt mich ab. Was für ein Empfang!

 

Der Wirt fragte mich übrigens, ob sein Bier besser sei als Deutsches... schwer zu beantworten, aber es ist auf jeden Fall sehr, sehr gut. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt. Das komische ist, der Tag ist exakt so verlaufen, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ich wollte tatsächlich in einem Pub einkehren und vorher die Gegens zu Fuß erkunden. Ich muss mit meinen Gedanken vorsichtig umgehen und immer optimistisch bleiben :-)

 

 

Salutations à la France

Bevor ich die Abendruhe einläutete, blickte ich in den schicken Garten und sah dort ein junges Pärchen an einem dieser kleinen runden Tische sitzen. Flux zog ich die Jacke über und schlenderte zu den Beiden. Sie stellten sich als Franzosen vor und wählten die Hall Farm aus gleichem Grund wie ich aus. Die Unterhaltung war sehr lustig und nett. Ich freute mich, den Abend auf diese Weise ausklingen zu lassen.

 

Si vous lisez ceci deux maintenant, un message d'accueil de bonne humeur à vous - je serais heureux peut-être ce que l'un de vous lire les temps.

 

Mit den Beiden testete ich übrigens zum ersten mal live den Google-Übersetzer. Man kann von Google halten was man will, aber das haben die echt schon fast perfekt hinbekommen. Trotzdem zogen wir es vor, mit unseren jeweils dürftigen Englisch-Kenntnissen eine Unterhaltung zu führen, das machte deutlich mehr Spaß.

 

Abschließend muss ich festhalten, dass ich heute auf äußerst freundliche und zuvorkommende Menschen gestoßen bin. Vor allem der Chef der Hall Farm und die beiden Wirtsleute im Pub haben mich beeindruckt.

Las Vegas

Der Sprung über'n Teich
Schon wieder vor 6 Uhr aufstehen. Wo bleibt das Urlaubsgefühl? Die Fahrt zum Flughafen durch den Chef war genauso interessant, wie der gestrige Empfang. Herzlich, ehrlich und einfach angenehm. Die empfohlenen 3 Stunden Pufferzeit habe ich großzügig eingeplant, was gut war.
Koffer holen: 10min, Einchecken: 35min, Sicherheitskontrolle: 60min - es zog sich in die Länge.

Der Flughafen ist wirklich nicht groß, aber die Menschenmassen sind schon heftig. Nachdem das Handgepäck durchleuchtet wurde, schickte man es aufgrund des Etalon (Sonnenfilter) natürlich auf's Abstellgleis. Dort standen bereits 2 Frauen vor mir. Ich war mir sicher, dass ich da schnell durch komme - was sich aber  jetzt ereignete, hätte ich am liebsten gefilmt:

 

Tetris mal anders
Die Dame ganz vorn war mit dem Großteil ihrer Kosmetikausstattung beschäftigt. Auf dem Tisch kullerten haufenweise Fläschchen, Tinkturen, Nagellack, Nagellackentferner, Parfüms, Deos, Salben und weiß der Geier was noch herum. Die Menge sprengte komplett den erlaubten Rahmen. Ok, kann passieren.
Sie war gerade damit beschäftigt Teile zu selektieren und in die spezielle Zip-Tüte zu verstauen. Der Großteil jedoch kann einfach nicht mit.
Kennt ihr dieses Computerspiel, wo verschiedene Formen senkrecht von oben fallen und verschoben werden müssen? Wenn unten die Reihe geschlossen ist, verschwindet alles und man gewinnt Platz und Punkte. Dieses Spiel musste die Dame einmal gesehen und auf die jetzige Situation übertragen haben.


Sie stopfte in einer für diese Situation unfassbaren Gleichgültigkeit die Tüte voll, nur um festzustellen, dass das Volumen viel zu klein war. Dann fingerte sie im Inhalt hin und her und fing doch wieder von vorn an. Als endlich eine zufriedenstellende Menge "gewonnen" war, bemerkte sie eine ganz wichtige Tinktur auf dem Tisch. Diese musste mit - dringend.
Dafür sollte eine andere Flasche am Boden der Tüte raus. Der Beutel wurde wieder ausgekippt. Jetzt wiederholte sie alles mit dem selben Zeitaufwand. Hinter mir rückten Leute nach, die Kisten stapelten sich. Nachfolgendes Gepäck wurde händisch umgeleitet. Nur mein Rucksack blieb brav in der Pipeline liegen, ich musste also warten. Die andere Frau direkt vor mir schaute extrem unruhig, sagte aber nichts. Ich schielte auf die Uhr und war eher faszieniert über die Gelassenheit des Sicherheitsperonals.


Insgesamt wiederholte sich alles drei oder vier Mal, weil immer wieder andere Flaschen in den Fokus rückten. Jedesmal scheiterte der Versuch die Tüte zu schließen. Ich sah inzwischen wieder auf die Uhr, als sie wieder alles auskippte. Dieses Mal um das Packsystem von vertikal stehenden Flaschen auf horizontal zu ändern. Das war dem Sicherheitspersonal zu umständlich. Sie nahmen ihr es aus der Hand und packten nun selbst - aber mit exakt der gleichen Arschruhe. Mir viel die Kinnlade runter.

Endlich, nach fast einer viertel Stunde wurde der ganze restliche Plunder in eine Mülltonne geworfen und lag außer Reichweite dieser pflegeaufwändigen Dame. Es gab kein zurück und ich war an der Reihe. Bei der bekannt latenten Hektik in Flughäfen, war das eine Oase von Seelenruhe, die selbst mich überraschte und ich nicht für möglich gehalten hätte.


Beim Boarding wurde unerwartet von zahlreichen Passagieren das Handgepäck nochmals kontrolliert. Mist! Das hatte ich befürchtet, denn es drohte ein Schild: "max. 6kg".  Also stopfte ich kurzerhand alles Schwere in die eigens für den Fall angezogene Jacke. Vor allem die Objektive und das Etalon des Sonnenteleskopes entlasteten den Rucksack deutlich, auch optisch. Dann schwenkte ich lässig die kleingewordene Fototasche unter dem  Rucksack hin und her und schlüpfte unbehelligt ins Flugzeug.

 

 

Der Flug mit einem Highlight
Ich war angenhem über die Bestuhlung überrascht. Es stand deutlich mehr Platz zur Verfügung, als in der Ryanair-Maschine. Ansonsten gibts nicht viel zum A330 zu sagen, außer, dass sich neben mich erst ein schlanker Amerikaner niederließ und dieser 5min später mit einem wirklich dicken Amerikaner tauschte. Das schränkte die Bewegungsfreiheit etwas ein.
Nach ca. 4 Stunden Film schauen, sah ich auf dem Monitor. Island lag rechts vor uns. Leider verdeckten Wolken die Sicht. Aber es kündigte sich ein Leckerbissen an: Grönland. Ich hoffte, winzige Blicke erhasschen zu können.

 

Exakt vor Grönland riss die Wolkendecke vollständig auf und es offenbarte sich ein grandioser Blick. Ich war total begeistert! Zum ersten mal sah mit eigenen Augen Gletscherströme wie gemalt. Die Abbruchkante zum offenem Meer war deutlich zu sehen und unzählige Eisberge trappierten malerisch die Küste. Herrliche Farben und Formen. Ich klebte an der Scheibe und da meinem Sitznachbar das alles Schnuppe war, konnte ich ohne Störung aus dem Fenster sehen.


Nach 5 min blendete das strahlend helle Weiß einer Einöde aus Eis. Es waren keinerlei Kontraste zu erkennen. Später an der Westküste überflogen wir einen Gletscher, der sich lehrbuchartig vom Eisfeld kilometerweit auf grauen Fels Richtung Meer schob. Sämtlich freiliegende Hügel dieser Landschaft waren glatt geschmirgelt. Als Grönland verschwand, zogen wieder dicke Wolken auf. Das war cool!

 

Es war im Jahr 1986, da sah ich im Kino zum ersten Mal den Film "Es war einmal in Amerika". Der Film hat mich sehr bewegt. Seitdem habe ich ihn bestimmt 10 mal gesehen, was eine absolute Ausnahme bei Filmen ist. Dieser Film ist komplex in seiner Handlung, da er mit Zeitsprüngen arbeitet. Nun hatte ich auf dem Flug mir nach Jahren die Long Extension Version mitgenommen und ich entschwebte im Geiste in das frühere Amerika. Viele mir unbekannte Szenen sind hinzugekommen und rundeteten die Geschichte weiter ab. Eine wundervoller Überbrückung des Fluges und ich konnte wieder einmal weitere Details im Film erkennen und verstehen.

 

Auf dem Rest des Fluges amüsierten mich, passend zum kommenden Thema Nevada, der olle Clint Eastwood und Terence Hill in zwei Western. Für mitgenommene Literatur reichte meine Energie nicht, da ich nicht schlafen konnte. Insgesamt dauerte der Flug 11.5 Stunden.

 

Gletscherzunge über dem Festland von Grönland


Las Vegas
Die Passkontrolle war, im Gegensatz zu meinen bisherigen USA-Aufenthalten, ein Klacks. Doch zuerst fiel mir auf, dass die Leute oft in den Reihen zurecht gewiesen wurden. Hier kein Handy benutzen, dort keine gelbe Linie übertreten, generell sich einzeln dem Schalter nähern (waren nicht eher die Deutschen pingelig?).

Ich versuchte aus der langen Schalterreihe einen Beamten mit ruhiger Ausstrahlung zu finden und wurde fündig. Bei diesem durften auch mal Pärchen zusammen antanzen und die Leute wurden zügig abgefertigt. Ganz im Gegenteil zu den drei benachbarten weiblichen Beamten, dessen Durchsatz spürbar geringer war. Ich positionierte mich geschickt an der Schlange zu dem Herrn und wurde auch ohne weitere Fragen durchgelassen. Mir war gerade nicht nach Fragestunde zu Mute.
Nach einer Stunde des Wartens trafen fröhlich meine Freunde Manuela und Holger ein. Mit den beiden werde ich in den nächsten Tagen die Reise fortsetzen.

 

 

Die Amerikaner neigen nicht nur zur Übertreibung in allen möglichen Dingen, nein sie zaubern auch aus jedem Langweiler eine bunte Show. Das wird nirgens so deutlich wie in Las Vegas.

 

Zur Einstimmung ist unser Hotel bestens geeignet. Es besteht aus einem Hochhauskomplex mit über 2400 Zimmern und einem hoteleigenem Aussichtsturm: Auf der Turmspitze von 350 m befindet sich eine Art vertikale Schaukel, welche die Leute in einem Sitz in die Höhe katapultiert. Sie nennen das den "Big Shot". Ich würde mir das gerne ansehen, wäre aber mit dem Klammerbeutel gepudert, mich dort reinzusetzen.

 

Das Hotel nennt sich treffender Weise "Stratosphere". Die echte Stratosphäre beginnt in einer Höhe von ca. 10 km. Das nur als Randbemerkung.

 

Fast der gesamte Erdgeschossbereich ist als Spielhölle ausgebaut. Einarmige Banditen sind ebenso vertreten, wie sonstige Spielautomaten und Roulettetische. Holger hatte eigentlich vor, sich irgendwann einmal an einen dieser Tische mit etwas Einsatz gepflegt nieder zu lassen. Aber die hektische und laute Stimmung lässt diesen Gedanken im Keim ersticken.

 

Am ersten Abend unternehmen wir einen gemeinsamen Abendspaziergang unweit unseres Hotels. Die Anreise hat uns ermüdet und wir schaffen es einfach nicht weiter.

 

Den Plan, die Aussicht von diesem Turm auf die Stadt zu geniesen, werden wir bis zur Abreise nicht umsetzen können.

Groß, Größer, Grand Canyon

Hoover Dam

Auf dem Weg vom Hotel Stratosphere zum Grand Canyon liegt der Hoover Dam. Es ist ein wichtiger Bau für die Region und recht imposant zwischen die Berge gekeilt. Einerseits dient er als wichtige Wasserquelle aber viel mehr als Stromquelle. Beides wird in Unmengen gebraucht.

 

Sage und schreibe 2000 MW elektrische Leistung produziert das Kraftwerk. Die Einnahmen durch den Stromverkauf trägt den Betrieb vollständig.

 

Es gibt eine Menge interessanter Details über dieses Bauwerk, aber aufgrund der Zeit springe ich lieber zum nächsten Ziel.

 

Grand Canyon

Ich muss zugeben, dass mich auf der ganzen Reise der Grand Canyon sehr interessiert hat und ich besonders neugierig darauf war. Ich weiß, dass er groß, nein geradezu riesig ist und von dem dort lebenden Indianern hervorragend vermarktet wird. Am bekanntesten ist der sogenannte Skywalk geworden, bei dem man 1000m Abgrund durch einen Glasboden bewundern kann. Obwohl ein Astrofreund sehr dazu geraten hat, habe ich beschlossen darauf zu verzichten. Ich habe es nicht bereut, dazu später vielleicht noch.

 

Vor über 20 Jahren sagte ein befreundeter Amerikaner bei einem gemeinsamen Besuch auf der Bastei zu mir: "Wau, was für ein toller Ausblick, das ist so toll...!"

Daraufhin fragte ich verwundert, was er dann zum Grand Canyon sagen würde. Er erwiderte darauf hin sinngemäß, dass der Grand Canyon derart gewaltig groß ist, dass man die Weite und die Ausdehnung nicht fassen kann. An der Bastei ginge das aber ;-)

Auf dem Weg dorthin  fielen mir wieder die Worte ein. Ich war umso gespannter.  Von der oberen Kante fällt die Wand streckenweise bis zu 1800 m in die Tiefe. Bis zur anderen Seite dieses Grabens liegt ebenfalls eine enorme Strecke zwischen 8 und 30 (!) km. Aber die Länge sprengt den Rahmen. Sie beträgt ca. 450km - irgendwie unfassbar.

Man kann den Canyon nicht mehr per Auto erreichen, sondern muss sich nach dem Eintritt per Bus transferieren lassen. Leider sind wir dabei etwas zu früh bei einer Ranch ausgestiegen (das sind Kulissen). "Leider" deswegen, weil dabei wertvolle Zeit verloren ging, die am Abend fehlte. 

Aber schließlich spuckte uns der Bus am sogenannten Eagle-Point aus und die Massen stürmten zielgerichtet zum Abrund. Jetzt ist es wichtig zu wissen, dass der Park komplett unverändert bleiben soll. Das bedeutet, keinerlei Zäune, Absperrungen oder sonstige Sicherheiten am Abgrund. Dafür stehen Einheimische vom Stamm der Hualapi als Sicherheitspersonal und halten die Leute an der Kante auf Distanz. Das kann ich natürlich nachvollziehen, aber ich war zunächst darüber dennoch betrübt. Konnte ich den Abgrund nicht mit eigenen Augen sehen. Und ob ich nun in der sächsischen Schweiz von 60m Höhe ins Tal sehe oder 1000 m mehr, macht im worst case auch keinen Unterschied, gell.


 

Ich suchte mir daher einen unbeobachteten Punkt, setzte mich etwas näher zum Abgrund und lies das mal wirken.....

 

Ich konnte die Aussage des amerikanischen Freundes nun leibhaftig nachempfinden.

 

Dieser Canyon ist wirklich so unfassbar groß, dass man sich schwer tut, Entfernungen abzuschätzen. Fotos können diesen Eindruck leider nicht wiedergeben. Das habe ich schon beim fotografieren bemerkt. Ist das nicht deprimierend...

 

Es gibt dort noch einen weiteren Aussichtspunkt, welcher unbewacht ist und noch weitaus bessere Sicht zum Tal bietet. Diesen erreichten wir ebenfalls mit dem Bus, welcher im Park Runden dreht. An diesem verbrachten wir die meiste Zeit.

 

 

 

Am Rande dieses Ortes hatten Einheimische Verkaufsstände aufgebaut und verkauften dort handgefertigten Schmuck. Ich kam unkompliziert mit einem leicht ermüdeten Herrn ins Gespräch und erzählte ihm von unserem eigentlichen Reiseziel. Zack war er munter.

Er war sehr interessiert und Holger schlug vor, dass er seiner Familie von der Finsternis nichts erzählt, dafür aber den Schamanen spielt und die Sonne verdunkeln lässt. Das fand er total cool und wir hatten unseren Spaß. Er ist ein absolut herzlicher Typ und ich konnte es nicht lassen, mich mit ihm abzulichten.  Ich grüße Dich hiermit noch einmal und hoffe, du liest mit - Schreib mal ;-)!

 

Ich kaufte bei ihm ein Souvenir. Bevor er dieses Mitbringsel in einer Tüte verschloss, "besprach" er die Tüte mitsamt Inhalt. Somit füllte er den Inhalt mit einer Reihe guter Gedanken und zog die Verpackung zu. Es gibt keinen Zweifel, dass dies nicht funktioniert! Deswegen werde ich den Zauber auch erst wieder in Old Germany frei lassen.

 


Das Abendprogramm


Abendlicher Ausflug zum Las Vegas Boulevard, genannt Strip

 

Was am Abend folgte, sprengte meine leicht lückenhafte Vorstellung von Las Vegas. Ich sag es, wie ich es denke: es ist die Dekadenz in reinster Form.

 

Um zum Boulevard zu gelangen, suchten wir vor dem Hotel ein Taxi. Als wir den Fahrer ansprachen, sprintete eine gewichtig aussehende Person vom Hotelempfang zum Taxi und forderte den Fahrer auf, sofort das Gelände zu verlassen.

 

Uns Dreien wies er recht ruppig an, dass wir im Hotel ein Taxi rufen lassen müssen. Ich gab dem Fahrer ein unauffälliges Handzeichen, um ihn zu verstehen zu geben - wir treffen uns "quickly" ein paar Meter weiter. Dort sprangen wir ins Taxi, als der selbe Mensch uns tatsächlich laut fluchend zum Taxi nachrannte. Der Fahrer gab sofort Gas und wir preschten davon.

 

Es kann ja sein, dass die Hotels vor ihrer eigenen Tür Regeln aufstellen, die eingehalten werden sollen, aber die Gäste zu stressen ist etwas eigen.

 

Wir hatten den schnellsten Taxifahrer in Las Vegas erwischt, allein das hat sich schon gelohnt :-)

Man sieht manchmal im TV bzw. Reportagen gewaltige Wassershows vor und vom Hotel Bellagio. Wer möchte, zieht Euch mal was von Youtube rein. Das muss man den Amis lassen, das haben die drauf. Eine absolut perfekte Choreografie aus Musik, Wasserfontänen (Breite 300m) und Licht in allen Farben. Es gleicht einer Wasserorgel, die sehr beeindruckend komplexe Abläufe zaubert. Wenn später noch Platz auf dem Server ist, stelle ich ein eigenes Video ein. Das ist das einzigste mal, das ich nicht fotografiert, sondern gefilmt hatte.

 

Im Hotel Venetian wurde ein Teil von Venedig so perfekt nachgebaut, dass man nach wenigen Sekunden glaubt, in Venedig zu sein. Dies erreicht man nicht nur durch sehr aufwändiges Nachahmen, sondern auch durch perfekt simuliertes Tageslicht.

 

An der Decke des Hotels ist ein Wolkenhimmel nachgebildet, welcher die Illusion gibt. Er bewegt sich - also die Wolken, beim Gehen.

 

Das ist reinster Betrug an den Sinnen!

 

 

Ich lasse Bilder sprechen

Death Valley

Der Backofen
Der vergangene Tag war anstrengend. Holger sah am Frühstückstisch ein bisschen betröppelt aus, die Sonne hatte uns am Tage zugesetzt. Der Ausflug auf den Vegas Strip nach dem intensiven Sonnenschein forderte die letzten Tages-Reserven. Ich war froh, heute einen Großteil der Zeit im Auto sitzen zu können und nicht kilometerweit laufen zu müssen.

 

 

 

Gleich die ersten Minuten konnten wir einen Vergleich zwischen Tag und Nacht auf einen Teil der Skyline werfen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich der Anblick zur Nacht unterscheidet.

 

Die Fahrt begint sehr entspannt und wieder bei bestem Sonnenschein. Gedanklich stimme ich mich heute auf extreme Temperaturen ein, denn es geht immerhin zu einem der heißesten Orte der Welt. Erst vor 3 Wochen wurde am Zielort die weltweit höchste je gemessene Temperatur erreicht, sagenhafte 56,7 °C. Damit wird der Rekord vor 90 Jahren in Asisija (Libyen) gerissen.

 

Diese Temperaturen sind bequem mit einer gemäßigten Sauna vergleichbar, aber: hier herrscht sie immer und man kann sich im Freien kaum davor schützen. In der Sonne sieht das noch mal anders aus. Meine Hoffnung beruht auf die extrem trockene Luft. Vielleicht relativiert diese etwas das Empfinden  etwas ;-)

 

Der erste Anlaufpunkt nach einer stundenlangen Fahrt ist der Dantes View. Dies ist ein Berg direkt am Death Valley. Die Aussicht ist genial, da die Salzwüste sich als Panorama erstreckt.
Als wir aussteigen, überfallen uns kleine, beißende Fliegen. Aber sie stürzen sich eher auf den weißen Lack des Autos und nerven nur kurz. Ich schultere die Kamera und mein kleines Fernglas, schließe die Autotür und finde diesen Aussichtspunkt sofort total schick.

 

Wir blicken hier von 1670m Höhe ins Death Valley. Hier oben ist die Temperatur absolut erträglich. Aber die Sonne brennt dennoch! Nach einigen Minuten beist sie sich förmlich durch mein T-Shirt. Man kann hunderte Meilen weit sehen und natürlich filtert die extrem sauber Luft wenig Sonnenenergie. Mein Gott, was muss das hier nachts für ein genialer Sternenhimmel sein. Schade, dass ich das nicht sehen kann. In einem riesigen Umkreis gibt es neben der trockenen und sauberen Luft keine Lichtquelle. So wundert es nicht, dass ein Schild von einem beeindruckenden Foto des Sternenhimmels berichtet.

 

 

 

Die Spannung steigt.

So schön es hier oben ist, jetzt folgt der Abstieg zum tiefsten begehbaren Punkt auf diesem Kontinent. Und so kullern wir mit dem Dodge langsam hinunter.  Auf dem Weg nach unten kletterte die Temperaturanzeige stetig nach oben. Statt in Grad Celsius, wird ami-typisch der Wert in eine für uns vollkommen verkorkste Maßeinheit angegeben - Fahrenheit.

 

Ab 100° F beobachtete ich das Thermometer sehr genau  und finde diese große Zahl spannend. Bei 105° F beschloss ich langsam mal umzurechnen.... 

 

Die Salzwüste präsentierte sich inzwischen weit, hell und staubig, wie es sich eben für eine ordentliche Wüste gehört. Abseits fahrende Autos konnte man auf weite Distanz durch Staubwolken sehen.

 

111 °F  (rd. 44 °C)
Der Aufwärtstrend war ungebrochen. Das Thermometer blieb am Zielort bei 110 °F stehen.  "Das sind ja gerade mal 44°C" denke ich, denn ich hatte nach den Weltrekord vor kurzen eigentlich mehr erwartet.  Ich öffne die Tür und eine warme Luft umhüllt mich kuschlig. 

 

"Ist doch gar nicht so schlimm" war mein erster Gedanke.

Nach 5 min dachte ich "wau, das ist doch selbst als Saunagänger etwas ungewohnt".

 

Nach weiteren 5 min fange ich an zu schwitzen.  Nach weiteren 5 min fängt Holger an zu schwitzen (und der schwitzt nie - oder selten).

Nach insgesamt 20 min wünsche ich mir einen Schatten. Es gibt aber keinen.

 

Fotos können eh nicht diese Affenhitze dokumentieren, aber ein paar Bilder schaden ja nix. Ich zückte das Handy und bekomme einen Schreck wegen der heißen Oberfläche des Telefons. Mist, der Prozessor hat sich wohl aufgehängt und heizt? - Nein, das Handy hat einfach die Umgebungstemperatur angenommen! Meine Sorge gilt sogleich den Akku. Um diesen zu schützen, stecke ich das Phone in die Hosentasche.

 

Das Objektiv meiner Kamera ist ebenso erschreckend heiß, so dass man es kaum anfassen kann. Zusätzlich zur warmen Luft heizt ja noch die Sonnenstrahlung das schwarze Metall auf. Irgendwann greift Holger kurz mit der Hand auf den Salzboden, was ich ebenfalls probiere.

--- heiß - heiß - heiß ---

 

Erstaunlicher Weise befindet sich an diesem Ort tatsächlich Wasser, welches wenige cm unterhalb des Salzbodens aus Löchern hervor tritt. Eine größere Wasserstelle trägt den Namen "Badwater Basin". Überhaupt die Namen. Überall findet man hier öfters die Bezeichnungen Devil.  Devils Hole, Devils Golf Course, Devils Cornfield usw. . Kein Wunder, so könnte die Hölle aussehen.


Rein landschaftlich ist diese Wüste hoch interessant. Am Horizont zieht sich über die gesamte Sichtbreite eine Bergkette. Im Rücken geht es steil auf zum Dantes View. Aber eigentlich interessiert mich nach einem letzten Foto nur noch die Klimaanlange des Autos.


Es ist unfassbar, wie sich Menschen hier dauerhaft niederlassen können, denn weiter westlich gibt es Siedlungen. Später sehe ich an der Temperatur-Anzeige, das stellenweise dort an diesem Tag bis 115 °F herrschen.


Aus meinen letzten USA-Besuchen weiß ich, dass amerikanische Autos zwar hoch komfortabel ausgestattet sein können, aber ein deutsches Auto bleibt ein deutsches Auto. Das wird mir heute bewusst, als der Motor dieses Dodge (ein SUV) bei kaum wahrnehmbaren Anhöhen aufheult, als wolle er die Ralley Dakar meistern. Ich hoffe sehr, die Karre hält hier durch. Zumindest schafft er die Klimanlage am Leben zu halten.

 

Auf dem Rückweg biegen wir spontan mitten in der Wüste auf einen kleinen Rundweg ein, dem Artist Drive. Die Wahl der Bezeichnung wird uns klar, als wir die komplexen Farben im Fels erkennen.

 

Von Rostbraun über Gelb bis zum Grün und Orange ist alles vorhanden. Ursache sind verschiedene Metalle wie Eisen und Kupfer, die bei vulkanischen Aktivitäten mit der Lava an die Oberfläche gedrückt wurden.


Wir verzichten einheitlich auf weitere Stopps mit Ausstiegen. Wie muss das hier bei nochmals 10 K höheren Temperaturwerten sein?


Ankunft Mammothe Lakes

Wir fahren aus dem Death Valley und die Maschine quittiert das auf ihre Weise. So fahren wir wieder viele Stunden, welch Überraschung. Nach der öden und heißen Landschaft des Death Valleys steht das Reiseziel Mammoth Lakes im völligem Kontrast. Grün, hohe Bäume, gemäßigtes Klima, fast schon kühl. So abgekühlt kommen wir abends an. Meine Schlafnische ruft bei mir spontan keine hohe Begeisterung auf, aber es gibt schlimmeres. An diesem Abend sitze ich noch gute 2 Stunden am Blog und schreibe wie ein Verrückter den Text von 3 Tagen runter. In Las Vegas hatte ich kein ordentliches Internet zur Verfügung, so grotesk das klingen mag. Überhaupt wird sich auch die gekaufte US-Prepaid-Karte nicht als große Hilfe für mein Reiseblogvorhaben erweisen, denn fast immer liegt auf dem Land kein Netz an.

 

Heute Abend ist das mit einem fixen WLAN anders. Die Bilder und das ganze Geschreibsel flutschen durch den Äther wie Schmitz Katze durch den Garten.

Sogenannte Witwenmacher

Nachtrag:

Eine Woche später fuhr ein Astrofreund unabhängig von uns ins Death Valley. Er hat 53 °C gemessen. Wir hatten es also noch angenehm kühl

Yosemite National Park

Die Berge rufen:
Nächster Tag: Es ist frisch und die Sonne steht flach über dem Horizont. Vom folgendem Ziel habe ich nur nebulöse Vorstellungen, da ich mich darüber im Vorfeld nicht belesen habe und mir auch keine Berichte in Erinnerung liegen. Aber es war von Anfang an ein festes Reiseziel, welches Holger eingeplant hatte.  Heute müssen wir viele Höhenmeter bewältigen und die Maschine des Dodge wird ordentlich gefordert. Uns amüsiert streckenweise, wie man Autos so zusammen bauen kann. Der Motor ist der Fahrzeugmasse einfach nicht gewachsen und das Automatikgetriebe reagiert besonders hektisch gequält. Dieses unangenehme Verhalten begegnet mir später auch bei deutlich größeren Fahrzeugen.

Bild: So begrüßt der Park die Besucher von Weitem

 

 

Der Yosemite National Park umfasst eine Fläche von 3000 km² mitten in einer alpenähnlichen Berglandschaft. Bereits vor dem Park wird wiederholt auf Bären hingewiesen. Das beinhaltet gewisse Verhaltensregeln: z.B.: Kein Essen im Auto liegen lassen, der Bär könnte den Wagen als Konservendose ansehen.

 

An diesem Vormittag pilgern viele Amerikaner in diese herrliche Umgebung. Ausgestreckte Wiesenflächen werden von Bächen geteilt und Bäumen umrahmt. Immer wieder tauchen aalglatte und runde Berge auf, auf denen sich zwei drei Bäume festkrallen. Es ist für uns gut vorstellbar, hier eine Woche Urlaub zu verbringen. An den Wasserläufen stehen Angler die mit Fliegenfischen beschäftigt sind. Das Ganze komponiert sich zu einem erholsamen Bild und lädt förmlich ein.

 

Reiseziele

Aufgrund der begrenzten Zeit streben wir aber zwei andere Orte an. Den Glacie Point und Mariposa Grove (ein Baumriese, durch dem man mit dem Auto fahren könnte). Diese riesigen Bäume habe ich schon einmal auf Fotos gesehen, aber der Glacie Point, muss ich peinlicher Weise zugeben, fehlte bisher im Weltenwissen. Na gut, heute wird dem abgeholfen.

 

 

Irgendwann dringt Brandgeruch ins Auto. Je weiter wir fahren, desto nebliger wird die Umgebung. Teilweise kann man nur ein paar hundert Meter weit sehen. Es ist klar, ein Waldbrand ist irgendwo im Gange. Als wir an einer entscheidenden Kreuzung abbiegen wollen, kommt die Enttäuschung.

 

Die Straße zum Glacie Point ist wegen Löscharbeiten gesperrt. Ein kurzes Gespräch mit einer Parkrangerin macht die Sache eindeutig. Also dort kommt das Feuer her.

Was nun? Nach einer kurzen Pause beschließen wir zum Mariposa Grove zu fahren. 

 

Jedoch springt Manuela noch einmal kurz aus den Auto und eilt wegen eines natürlichen Bedürfnisses zu einer erlösenden Blechhütte.

Als wir wieder alle im Auto sitzen und uns anschnallen, blicken wir rückwärts und sehen doch plötzlich, wie die Straße freigegeben wird. Unfassbar, wären wir wenige Sekunden früher gestartet, wäre uns jetzt eine grandiose Landschaft versagt geblieben. Danke, danke an Manus Blase.

 

Und beeindruckend ist die Gegend tatsächlich, ähnlich dem Grand Canyon, nur a biss'l anders ;-)

 

 

 


Die geöffnete Straße führt noch 44 km durch reichlich Wald. Dann steigen wir bei einer sehr trockenen Luft aus. Der erste Blick fällt auf einen atemberaubenden Berg, dem half dome. Die obige Aufnahme zeigt diesen merkwürdig glatten Berg und das Gebiet drumherum ist voller Rauch. Normalerweise kann man hier mit klarer Sicht bis zum Horizont sehen. Ich musste den Kontrast dieses Fotos massiv anheben, damit man etwas erkennen kann.

 

 

Wir benötigen eine reichliche Stunde, um diesen Anblick als halbwegs verarbeitet zu verlassen.

 

Naja, es hilft nix, irgendwann muss man ja weiter. Die Baumriesen sollen nun den Besuch des Parks abschließen. Diese interessierten mich brennend, denn schon vor vielen Jahren habe ich fasziniert Bilder davon gesehen und möchte nun einen Blick darauf werfen. Daraus wurde nix.

 

 

 

Nach 1 Stunde Fahrt, was in diesem Land einem Katzensprung gleichkommt, starren wir leicht entsetzt auf ein Schild.

Das Areal mit den Bäumen war wegen Sanierungsarbeiten vollständig gesperrt.

 

Jetzt wird uns klar, welches Glück wir hatten. Denn um Haaresbreite hätten wir überhaupt keines unserer Reiseziele an diesem Tag erreichen können.

 

Oakdale


Verbrannte Erde
Wenn man den Yosemite Park verlässt, ändert sich die Landschaft sehr rasch. Es wird etwas flacher und weitläufiger, kleinere Ortschaften wechseln sich zwischen leicht bergiger Landschaft ab. Nach kurzer Zeit wirkt die Gegend plötzlich immer öder, weil größere Flächen verbrannt waren. Erst vermuteten wir ein gezieltes Abbrennen von Graslandschaften. Jedoch wird das Bild immer depressiver. Ganze Wälder und Berghänge sind komplett schwarz. Selbst nach einer halben Stunde Fahrzeit sind weite Flächen verbrannt. Zwischendurch sieht man immer wieder die schemenhaften Umrisse von ehemaligen Häusern. Da in den USA viel mit Holz gebaut wird, bleibt von so einem Haus nicht einmal eine Grundmauer stehen. Wie viele Häuser es so getroffen hat, kann man schlecht sagen.

Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt lichtet sich die verbrannte Landschaft. Es geht auf Oakdale zu. In den Medien wird öfters von solch heftigen Großbränden in den USA berichtet. Wie umfangreich diese Feuer tatsächlich wüten, konnten wir selbst sehen. Das ist echt hart.

 


Stahl und Kupfer
Die nächste Unterkunft ist eine Buchung per airb&b. Das bedeutet, wir werden bei Fremden in einer privaten Wohnung übernachten. Das ist immer eine kleine Überraschungskiste und somit spannend. Wer Teile seine Wohnung Fremden anbietet, muss auch eine entsprechende Einstellung mitbringen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, auf offene und interessierte Leute zu stoßen.


Die Adresse führte uns zu einer ländlichen Gegend, was mir selbst schon mal sehr gefällt. Das verspricht eine ruhige Nacht zu werden. Das Haus ist ein Flachbau aus Holz. Auf einer Veranda empfangen uns zwei friedliche Hunde.
Der Hausherr öffnet und empfängt uns fröhlich, sehr freundlich aber mit einer anfänglich leichten Unsicherheit. Diese spüre ich auch bei seiner Frau, was ich als gesunde Vorsicht interpretiere. Wie sich heraus stellen wird, haben die Beiden erst vor kurzem mit AirB&B angefangen.

Sofort zeigen sie uns eine gemütliche Ecke des Hauses mit ausreichend Platz für uns drei Personen. Was als erstes in das Blickfeld fällt, sind unzählige sehr dekorative Stahlkonstruktionen. Der Hausherr ist Stahlbauer und nebenbei Künstler. Dabei beweist er einen guten Geschmack und geschickte Hände. Alles was er anfertigt hat einen unverkennbarn eigenen Stil.

Am coolsten ist der Nachbau der Golden Gate Bridge, welche gleichzeitig unter der Fahrbahn Weinflaschen aufnimmt. Es ist also ein Weinregal.

Die Kombination aus Stahl und Kupfer bringt einen tollen Lock. Wir kommen mit einem holprigen Englisch ins Gespräch und die Beiden sind äußerst bemüht, dass wir uns wohl fühlen.



Auf dem Teppich der Wohnung machte sich die Hauskatze breit. An dieser konnte ich natürlich als Katzennarr nicht so einfach vorbei gehen.

 

 

 

Holger fragt recht bald mit dem für ihn bekannten Schelm im Nacken, wie Sie (die Hausherrin) denn diese vielen Stahlbauten im Haus findet. Sie liebt es, war die Antwort. Ist das nicht toll? Es soll ja Männer geben, die zum "ich baue mal an der Eisenbahn weiter..." sich im Keller verschanzen.

 

Spaß beiseite, die Atmosphäre wird von Stunde zu Stunde wärmer und es wird am folgenden Tag einen herzlichen Abschied geben. Als ich ihm erzähle, das Holger und ich an einem Teleskop bauen und die Spiegel jeweils selbst schleifen, brach Begeisterung aus. Das konnte er als technisch interessierter Mensch voll nachvollziehen. Er ist ein sehr angenhemenr Zeitgenosse, mit dem man sich gern unterhält

Es ist Abends geworden und wir suchen möglichst unaufdringlich das Gespräch. Da bietet er uns ein Bier an, was wir unmöglich ablehnen können. Echte Freude kam jedoch Sekunden später auf, als Manu einen ebenfalls angebotenen Whiskey begeistert annimmt, seine Frau scheint eher die Weinliebhaberin zu sein.

Der nächste Morgen

 

Zum Frühstück laß er Zeitung und machte mit einer Geste abfällige Bemerkungen über das Missverhältnis zwischen Werbung und Beiträgen dieses Blattes. Er schien kritisch gewissen Dingen gegenüber zu stehen, was seinen wachen Verstand wiederholt unterstrich.

Über dieses Thema schweiften wir ab und stellten irgendwann fest, dass etliche Trends häufig aus den USA nach Europa gelangen. Plötzlich legt er die Zeitung ab und entschuldigt sich für diese Entwicklung. Das Ganze verpackte er in einem verschmitzten Humor, was mich sichtlich amüsierte. Dies fällt mir gerade beim Schreiben wieder als Erstes von dem Morgen ein.

 

Irgendwann erscheint sein Sohn, der sogleich von den neuen Gästen unterrichtet wird. Auch hier ist wieder der Selbstbau der Teleskope ein Thema.


Eine Stunde vor Abreise kommt Thomas mit Karten bewaffnet zu uns. Mit viel Zeit und Geduld sattelt er uns durch eine Menge Tipps für die Fahrt nach San Franzisko.

 

Wir konnten uns alle gut vorstellen, noch weit aus mehr Zeit bei der Familie zu verbringen. Der Ausstausch mit diesen durch und durch netten Leuten war ein schönes Erlebnis.


Auch hier möchte ich Danke an Thomas und seiner Familie sagen!


San Francisko

Stadt der Gegensätze

Mit diesem Blog tue ich mich etwas schwer. Es ist eine Stadt der Gegensätze, wie ich sie noch nicht gesehen habe.  Das hinterlässt einen gemischten Eindruck. Sie besticht durch eine einzigartige Architektur im gesamten Stadtgebiet. Fast jedes Haus sieht anders aus. Manchmal bleibe ich staunend an Fassaden stehen und überlege: wie ist das alles entstanden bzw. geplant worden? Das hat seinen Charme und macht die Stadt trotz der mit dem Lineal gezogenen Straßen interessant. Besonders bekannt sind die imposanten Brücken, angeführt von der Golden Gate Bridge.

 

Aber San Francisko ist auch ein sozialer Brennpunkt mit Kriminalität und einem von mir noch nie gesehenen Elend in solch einer modernen Großstadt. Diese negative Seite ist kein Einzelfall in besonderen Stadtteilen, sondern stetig präsent. Wir haben es hautnah erlebt und so manche Begegnung würde ich lieber ausblenden. Aber es gehört dazu und ich werde bestimmt wiederholt darauf zurück kommen.


Der dichte Straßenverkehr von San Francisko ist berühmt. Wir wurden auch gewarnt, nicht vor 10 Uhr dort einzutreffen. Im Nachgang war zwar der Verkehr wirklich dicht, aber einen kompletten Stau haben wir nicht erlebt. 

 

Zwei Ziele standen auf dem Plan: mit dem Fahrrad über die Golden Gate Bridge fahren und ein nächtlicher Besuch von Alcatraz, der ehemaligen und berühmten Gefängnisinsel. Bekannt ist sicherlich der Film "Flucht von Alcatraz".

 

Die Unterkunft in San Francisko war übrigens extrem sauber, geräumig und auch hier trafen wir auf sehr freundliche bzw. bemühte Hausherren. Es sind zwei Brüder, welche ihre Wohnung zur Vermietung anboten.

 

Der erste Tag war zur Hälfte rum und somit erschien uns ein Besuch des Stadtparks als sinnvoll. Um diesen zu erreichen, nutzten wir die städische Buslinie. Allein diese Busfahrt war ein Erlebnis.

Viele kennen vielleicht die Cable-Car in San Francisko. Obwohl unsere Absicht fest stand, einmal mit dieser zu fahren, blieb uns das aus den folgenden Tagesabläufen verwehrt.

 

Aus zeitlichen Gründen verzichteten wir auf die Radtour und beschlossen stattdessen eine Sightseeingtour mit einem der Doppelstock-Busse zu unternehmen. Dadurch kamen wir in den Genuss deutlich mehr von der Stadt zu sehen. Um zum Startpunkt zu gelangen, galt es per Fußmarsch von einem bewachten Parkplatz bis zum Hafen durch die Stadt zu laufen.

 

Die Stadt ist so stark mit Obdachlosen gefüllt, dass faktisch in jeder Straße welche  zu sehen sind. Interessanter Weise betteln die Leute nicht, sondern pennen völlig zerlumpt und dreckig, teils halb nackt auf den Straßen. So ein Bild habe ich noch nicht gesehen.

Vom Parkplatz an musste man förmlich um diese Leute herum laufen. Der Gedanke, dass wir nachts zurück müssen, gefiel mir nicht.

 

Um es ganz deutlich zu sagen: mit Bettlern, wie sie teils in deutschen Städten anzutreffen sind, hat das rein gar nichts zu tun. Diese Leute sind ganz weit unten, noch weiter geht es nicht. Schockiert war ich über die unfassbar hohe Anzahl der Bevölkerung, die so dahin vegetiert. Und noch eines ist mir aufgefallen. In keiner anderen Stadt sind uns so viele kranke Leute begegnet. Vom körperlichen Gebrechen bis hin zu geistig Verwirrten ist alles permanent präsent. "Obama Care" fiel mir schlagartig wieder ein.

 

Selbst im renommierten Zentrum schliefen in kleineren Parkanlagen so viele von ihnen, dass man einfach nicht von Einzelfällen sprechen kann.

 

In einem Park stolperten wir zufällig über einen Tatort. Zwei geplünderte Rucksäcke offenbarten einen Diebstahl. Es lagen persönliche Habseeligkeiten ebenso unangetastet herum wie die wichtigen Dinge: Flugunterlagen, Pässe, Kreditkarten und sonstiges. Nur Bargeld fehlte. Ein Indiz, das wirklich "arme Schweine" sich hier bedienten. Entgegen unseres ureigensten Verantwortungsgefühls verließen wir den Ort. Wäre das in Europa passiert, wäre der nächste Gang zur Polzei gewesen. Die arme Sau, die jetzt zum Konsulat muss.

 

Der Stadtpark wirkt stellenweise wie ein Märchenwald


Ich füge einfach mal noch einige Bilder ohne viel Kommentar ein, die auf dem Weg zum Hafen und während der Rundfahrt entstanden sind.

 

 

San Francisko hat die berühmten steilen Straßen, die auf Bildern nicht wirklich die Steigung wiederspiegeln, aber cool aussehen.


Alcatraz
Als Highlight entpuppte sich der Ausflug nach Alcatraz bei Nacht. Auf der Insel werden elektronische Guides ausgehändigt. Per Kopfhörer verdeutlichen die sehr aufwändig produzierten Tonaufnahme den ehemaligen Betrieb des Gefängnisses. Der Guide ist in deutsch verfügbar und wertet den Ausflug definitiv auf.

Zu Alcatraz kann man vieles nachlesen: wer hier alles eingesessen hat, wie viele Leute umgekommen sind, die Revolten und natürlich der legendäre Ausbruch. Dieser wurde später verfilmt. Holger meinte übrigens zu den harten Maßnahmen (Dunkelhaft etc), dass das Gefängnis in Bautzen für die politischen Gefangenen aufgrund der psychischen Ticks schlimmer gewesen sei. 

 

Einige der ehemaligen Insassen wurden ebenfalls interviewt, wie einige der Wärter. Ich kann nur sagen, das waren wirklich üble Gesellen. Berühmte Namen wie Robert Franklin Stroud, besser bekannt als "Birdman of Alcatraz" sind genauso zu finden wie Al Capone. Speziell Al Capone gab später zu, das Alcatraz das erste Gefängnis war, was ihn besiegte.

 

Zerfressen von Hass, Habgier und fehlender sozialer Feinfühligkeit manövrierten sich viele der Sträflinge selbst in noch unangenehmere Bedingungen.

 

Solch eine nächtliche Besichtigung nimmt gut 2 Stunden in Anspruch.

 

Wenn man nachts die Insel mit dem Boot verlässt, ist nicht nur die Insel in ein schummriges Licht gehüllt, sondern die Stadt präsentiert sich hier von ihrer malerischen Seite. Das lockt natürlich jeden Fotografen hinterm Ofen vor.

 

Fußmarsch zum Parkplatz.

Nach der langen Stadttour und dem Besuch Alcatraz wollten wir eigentlich mit der historischen Cable Car fahren - aber es war zu kompliziert bis zum Parkhaus. Ihr wisst, wir müssen wieder etwas zurück durch die Stadt, bis zum Auto. Nach einem Blick auf die Stadtkarte wählen wir den Bus. Wir möchten so wenig möglich Fußweg riskieren. Als wir aussteigen, waren die Straßen im Gegensatz zur Tageszeit noch mehr mit Obdachlosen gefüllt. Mein Sicherheitsgefühl fällt auf einen Tiefpunkt und ich möchte so unauffällig wie möglich zum Auto. Ein Tarnkappe wäre nicht schlecht. Ich glaube zwar nicht nicht an einem Konflikt, aber mir fehlt schlichtweg das Hintergrundwissen, wie man sich hier unbehelligt bewegen kann.

 

Immer wieder schlägt uns Uringeruch auf der Strasse entgegen. Nach ca. 15min zügigen Laufens ist das Parkhaus erreicht. Die Parkhausleute wirken freundlich und unkompliziert. Nach wenigen Minuten sitzen wir im Fahrzeug. Ich mach während der Fahrt ein paar Fotos von den Straßenszenen, habe mich aber entschlossen diese nicht einzustellen.


Es mag sein, das es angenehmere Viertel der Stadt gibt. Aber wie ich später mich belesen werde, ist dieser Stadtteil keine Ausnahme.

Sprung nach Denver

Etwas zurück nach Osten

Heute müssen wir das Auto abgeben und einen größeren Hüpfer zurück in Richtung Osten machen. Circa 2 Flugstunden entfernt liegt die Stadt Denver. Dort haben sich vor 3 Tagen bereits noch andere Astrofreunde eingefunden. Das sind Uwe, Thorsten mit Gabi und dessen Tochter Wiebke. Zusammen werden wir also 7 Personen sein, die mit zwei Fahrzeugen unterwegs sind. Das Ziel ist, gemeinsam die Sonnenfinsternis zu erleben. Danach werden wir noch ein paar andere Reiseziele gemeinsam ansteuern.


Über den Flughafen in San Franzisko bin ich angenhem überrascht. Es herrscht eine ruhige Athmosphäre, zumindest bei unserer Ankunft dort.

 

Weite Teile des Flughafenbereiches sind mit Auslegware ausgestattet, was ungemein effektiv den sonst üblichen Lärm unterbindet. Man bewegt sich dort wie ein bisschen in einem besseren Hotel.

 

Die Sicherheitskontrollen bei diesem Inlandsflug sind aufs Wesentliche reduziert. Niemanden interessiert die Bohne mein schwerer Rucksack. So war das früher und so entspannt möchte ich gern generell wieder Reisen können.

 

Beim Boarding beobachte ich etwas, was mir bekannt vorkommt: Die Passagiere werden nach Sitzplatznummern aufgerufen und stellen sich sogar in der Schlange nach Nummernfolge an. Das hat den Sinn, dass im Flugzeug nicht so ein Durcheinander herrscht. Eine tolle Maßnahme, denn dadurch werden die Passagiere ohne gegenseitige Störung eingetüttelt.

 

Doch dann die Überraschung:

Alle Passagiere haben sich irgendwie ins Flugzeug gesetzt. Die Platzreservierungen sind für die Katz und alle Bemühungen beim Boarding um professionelle Ordnung löst sich in Wohlgefallen auf. Da wir  fast zuletzt aufgerufen wurden, sind keine 3 zusammenhängende Plätze mehr verfügbar. Manu sucht sich zielsicher ein nett aussehendes älteres Pärchen aus und ihr wird sogar sofort der Fensterplatz angeboten. Wir finden nur noch in der allerletzten Reihe zwei Plätze und lassen uns neben einen jetzt schon schlafenden Passagier nieder.

 

Holger und ich können auch über längere Zeit mal ganz schöne Blödelköppe sein. Da wir eh nix weiter zu tun haben, fällt uns auch nichts Besseres ein, als jegliches Geschehen im Flugzeug mit sinnvollen Sprüchen zu kommentieren oder zu hinterfragen. Noch bevor das Flugzeug richtig in der Luft ist, kommt ein Steward vorbei und fragt, was wir trinken wollen.

 

"Du Gouge" witzeln wir entgegen und flux stehen zwei Cola auf dem Tisch. Dann sagt der Steward zu uns, das wir die Ersten sind, die hier bedient werden. In der Tat muss der Rest der Passagiere noch eine viertel Stunde warten. Weshalb wir so fix was zu trinken bekommen, können wir uns nicht erklären. Entweder gehört die letzte Reihe generell zur Lieblingsreihe dieses Mannes oder wir machen einen bedürtigen Eindruck.

Der Steward witzelt übrigens ebenfalls von Anfang an so blöde rum. Das glich einem Stich ins Wespennest.

 

Der ganze Flug gestaltet sich so locker wie eine Klassenfahrt ins Grüne mit dem Bus, nur eben mit Boardservice. Laufend fragt der Steward, ob wir mehr trinken möchten und stellt sogleich jedem eine ganze Büchse Cola hin. Da der schlafende Nachbar ebenfalls Cola bekommt, kann das aber nix mit uns zu un haben, sagte ich mir. Den Nachbarn muss ich laufend wecken, wenn wieder was zu knabbern gereicht wurde.

Der schlafende Nachbar hatte blöder Weise das Fenster komplett runter gezogen. Wir baten ihn, es ein Stück zu öffnen. Dazu musste ich ihn natürlich wecken. Das tat er ohne Kommentar und pennte weiter.

Nach einer Weile sahen wir plötzlich unter uns wie auf einem Präsentierteller das zuvor besuchte Death Valley. Cool! Holger und ich schielten am halb offenen Fenster vorbei, um Details zu erkennen. Das bemerkte der inzwischen nur noch halb Schlafende und riss das Fenster ganz auf. Sicher konnte er auch nicht schlafen, so wie wir.

 

Ich zückte das Handy und versuchte ganz vorsichtig, wieder an dem einduselnden Nachbarn vorbei, Fotos zu machen.

Das hat er davon, wenn er sinnloser Weise den Fensterplatz belegt.

 

 

Von der ganzen Cola meldete sich zwangsweise ein menschliches Bedürfnis bei uns beiden. Gerade wollten wir aufstehen, da machte es >Ping<. Die Anschnall-Lampe verhieß nun eine Phase des Ausharrens. Wir fragten den eben vorbei flitzenden Steward, ob wir dennoch.... NEIN, aber nach der Landung gerne!

 

Das taten wir. Als das Flugzeug sich nach der Landung der Passagiere entledigte, nutzte ich die Gelegenheit und sprach diesen Steward an. Sein Name ist John und dies ist sein letzter Dienst heute, so erfahre ich. Wir unterhielten uns über die bevorstehende Sonnenfinsternis und Holger erzählte ihm kurz unsere Route. Er war sichtlich begeistert über unser Vorhaben und dieser langen Reise. Inzwischen wuselte das von der offenen Seitentür eindringende Flughafenpersonal um uns rum und leerte Müllkisten.

 

Wir müssen gehen, aber weil der Typ so lustig war, wollte ich unbedingt ein Selfie mit ihm machen. Er willigte sofort ein.

Insgesamt ist auf diesem Flug nix bedeutendes passiert, aber das mit viel Spaß.

Eclipse

Es ist so weit. Nach insgesamt 10200 km Flug und 1800 km Autofahrt klingelt am 21.08.2017 im Raum 314 des Best Western Hotel in Denver exakt 2:30 Uhr Morgens der Wecker. Völlig sinnlos, denn ich bin schon seit einer Stunde munter. Von "Ausgeruhtheit" ist in mir keine Spur. Die Nacht war ausgesprochen schlecht. Durch eine Doppeltür dieses Hotelzimmer klang bis Mitternacht der Lärm einer billigen tv-Show, die Klimaanlage verbreitete eine unangenehme trockene Luft und mein geschätzter Zimmerkollege Uwe, legte eine Schnarcheinheit vom Feinsten hin.

 

In den Medien hier wurde immer wieder vor Staus gewarnt. Das Land ist zwar groß, aber das bedeutet nicht unbedingt eine ebenso größere Infrastruktur. Nur sehr wenige Straßen liegen auf unserer Route, eigentlich nur eine.


Die Fahrt führt nun von Denver nach Glendo, einem kleinen Ort ungefähr 3 Autostunden entfernt. Wenn wir ungehindert durchkommen, sind wir früh morgens 6 Uhr am Zielort.

Bereits 30min nach Start ist der Highway so dicht mit Autos befahren, dass ich Zweifel am Durchkommen habe. Es wird mit Sicherheit nicht weniger werden.

Irgendwann sehen wir nur noch rote Lichter vor uns, aber es rollt erstaunlicher Weise trotzdem. Mir ist aufgefallen, dass das gleichberechtigte Überholen auf rechter wie linker Spur die Autobahn entlastet. Das ist in Deutschland verboten, dadurch quetschen sich viele bei dichtem Verkehr auf die linke Seite und verstopfen diese noch weiter.

Beim Anblick dieser Massen geht mir durch den Kopf, dass diese Kolonne zeitlich gestreckt über mehrere Stunden unterwegs ist. Wie wird es aussehen, wenn die Massen sich alle zeitgleich auf den Heimweg machen?

In dem winzigen Nest Glendo steht Polizei bereit und leitet zielgerichtet alle Fahrzeuge in eine Richtung. Nach weiteren 2 km versperrt uns ein Ordnungsmensch den Weg. Alle Fahrzeuge werden auf eine riesige Freifläche, dessen Ende wir nicht einsehen können, geleitet. Nach 3 Sekunden überlegen, fahren wir einfach an ihm vorbei.

 

Es liegt jetzt eine leere Straße vor uns. So gondeln wir 3 km suchend über eine erhöhte Landschaft. "Heranrasender Kernschatten" schießt es mir durch den Kopf. Um diesen zu sehen, muss man weit ins Land sehen können. Wir biegen auf einen Weg ein und landen an einem versteckten Platz. Dieser wurde schon Wochen vor diesem Tag sorgfältig von Uwe, per googlemaps, ausgekundschaftet. Hier befinden sich nur vereinzelt Fahrzeuge.


Ich steige aus und suche sofort eine gut erreichbare Erhöhung in der Landschaft. Denn der Platz liegt eingekesselt zwischen Hügeln. Ich werde auf einem der Hügel fündig und erblicke eine geniales Panorama. Vor uns liegt ein größerer Stausee. Die freie Sicht beträgt mindestes 4 bis 5 Meilen. Ideale Bedingungen. Es kann los gehen.

Ach ja, der Himmel über uns ist stahlblau. Jetzt muss der Mond vom Himmel fallen, wenn noch etwas schief gehen sollte.

--- Denkpause ---


Über WhatsApp hat jemand später gefragt, wie es so war. "Naja, es ging so....", antwortete ich, weil mir einfach erst mal die Worte fehlten.


 

Um es im Vorfeld zu sagen: Es war ein grandioses Ereignis, das emotional tief bewegend war. Es toppte die Finsternis von 1999 nochmals, was ich nicht für möglich gehalten hätte

 

Aber der Reihe nach:

 

Zuerst wurde das Equipment den Hügel hoch getragen, was recht flott erledigt war. Die Freunde hatten vor unserer Ankunft schon ganze Arbeit geleistet. Sie besorgten nicht nur notwendige Verpflegung für alle, sondern auch für jeden einen preiswerten Klappstuhl, um den Tag entspannt sitzen zu können. An dieser Stelle ein großes "Danke" an euch! Das hätten wir drei unmöglich noch nach dem Flug erledigen können.

Ganz langsam fanden sich die verschiedensten Leute auf der Anhöhe ein. Ein Franzose (sehr ausgeprägt humorvoll) mit seiner Frau, ein Australier und (das war DER Knüller) ein waschechter Indianer. Dieser trug eine Rahmentrommel unter dem Arm.
So warteten wir ca. 2 Stunden und konnten eine gute Vorbereitungszeit nutzen.

 

 

 

Das wir nun alle gesund und munter bei besten Wetter abseits der Massen auf diesen Hügel stehen, empfinde ich mit tiefer Dankbarkeit. Seit über 3 Jahren steht dieser Tag auf der Planung. Mitsamt des Vorbereitungsstresses, den beachtlichen Investitionen, den vielen Gesprächen und sonstigen Überlegungen hat sich eine Spannung aufgebaut, die sich nun in wenigen Stunden entladen darf. Diese Anspannung ist vor allem auch bei Uwe zu spüren. Holger ist wie so oft eher gelassen und wirkt cool. Der jungen Wiebke ist schlecht und sie sitzt abseits auf einem Stuhl. Na hoffentlich wird es bald besser. Gabi ist fröhlich drauf und Manuela gehts glaube ich auch ganz gut. Ich selbst bin tief beschäftigt und gehe im Kopf meinen festen Plan durch.

 

Die beste Art dieses Ereignis zu genießen, wäre ein Fernglas und ein Stuhl. Aber ich habe mich bewusst für eine Kombination aus Beobachtung und Fotografieren entschieden. Zwar wird es tausende Bilder später im Internet geben, die wesentlich besser sind - aber es werden meine sein. Und ich sehe es als sportliche Herausforderung.


 

Beim ersten Kontakt des Mondes mit der Sonne setzte sich der Indianer in seinen Stuhl mit Blick zur Sonne. Mit der Schutzbrille auf der Nase entschwebt er unübersehbar in tiefste Gedanken.

Dann stimmte er, erst leise und dann immer lauter, einem curioser Weise völlig vertrauten indianischen Gesang an. Leute - das war sooo cool und emotional, das ist kaum zu beschreiben.

 

Er betrieb das bis zur Finsternis mit kleinen Pausen fort. Ab und zu blickte er aber auch durch eines der zur Verfügung stehenden Teleskope.

 

Meine Güte, war das schön!

 

Nach diesem ersten Kontakt dauert es geschätzt eine Stunde, bis es soweit ist. Die Temperatur fiel deutlich ab und Jeder musste sich etwas überziehen.  Die Umgebung verfiel zunehmend in das mir bekannte aschfahle Licht. Keine Farben mehr, die zahlreichen Pelikane waren verschwunden und die Anspannung bei uns steigerte sich zunehmend.

 

Jetzt wurde es von Minute zu Minute spürbar kühler. Der leichte Wind legte sich.

 

 

 

Ich blickte von der Sonne abgewendet auf den See und konzentrierte alle meine Sinne auf den mit 1800km/h heran rasenden Kernschatten. Dieser war nicht abgegrenzt auszumachen, stattdessen verdunkelte es sich immer schneller. Die letzten Sekunden, ich war fasziniert.

 

Uwe rief: "Ist das schön!"

 

Die vorher am Horizont nicht sichtbaren Wolkenschleier verfärbten sich jetzt tiefrot. Irgendwer rief: "Noch 20 Sekunden". Dann hüllte uns der Schatten vollständig ein. Neben mir saß das französische Pärchen. Die Frau war so überwältigt, dass sie unweigerlich in Tränen ausbrach.

Jetzt lief alles wie in einem Film ab. Viel zu kurz und absolut fern jeder gewohnten Realität lieferte die Natur eine Show vom Feinsten. Die Leute riefen, pfiffen, johlten. Völliges Erstaunen ergriff den fast völlig dunklen Platz. Ich drehte mich um und erblickte die schwarze Sonne. Jetzt wo ich es schreibe, erlebe ich es noch einmal. Das trifft einen wirklich ins innerste Mark. Die Sonne war pechschwarz. Um sie herum stand eine aschfahl eingefärbte sowie symmetrisch breit gezogene Korona. Es war so surreal.

Der erste Blick durch das Teleskop lies mich erstaunen. Ich sah gleichzeitig die Korona und die schon Stunden vorher im h-Alpha Teleskop entdeckten Protuberanzen. Weiß und rot zusammen ist selbst für professionelle Teleskope nicht drin. Weder Weltraumteleskope noch Vergleichbares kann das zeigen. Unmittelbar neben der Sonne leuchtete ein Stern. Grandios!

Dann ließ ich das Teleskop stehen und blickte ohne Hilfsmittel nach oben. In diesem Augenblick schossen mir Tränen ein, weniger Freudentränen - ich war eher völlig ergriffen.

Sekunden vergingen. Eine nach der anderen. Nachdem ich mir das Bild einprägt hatte, riss ich mich los und zog das Okular aus dem Refraktor. Dafür steckte ich nun die vorbereite Kamera ans Teleskop.

 

Das Fokussieren dauerte quälende Sekunden und dann sah ich dieses unbeschreibliche Bild auf dem Display. Sofortiger Schuss! Noch einmal und noch einmal. Fix die Belichtung geändert, plötzlich flog doch tatsächlich dicht neben der Sonne ein Flugzeug durch. Wie geil ist das denn? Wieder Schuss und noch einmal. Und dann kam der Diamantring. Der Blick zur Sonne wurde unmöglich, denn der erste Strahl blendete gleißend hell. So schnell waren 2 Minuten um?

Jetzt musste nochmal die Kamera ran. Diesen Ablauf hatte ich so geplant und konnte ihn tatsächlich einhalten. Leider bin ich irgendwann beim Anstecken auf die ISO- Einstellung geraten, sodass ich unbemerkt mit niedrigster Empfindlichkeit fotografierte. Das hatte zur Folge, dass etliche Bilder unscharf wurden. Wie überglücklich war ich, dass ich aber als einzelnes Bild den Diamantring festhielt. Das checkte ich erst Stunden später im Hotel.
Zwischendurch hatte ich übrigens auch kurz das kleine Fernglas ohne Filter benutzt und die ausschweifende Korona mit dem ganzen Drumherum gesehen. Ich hab keine Ahnung, wie ich das noch geschafft habe.


Erst im Hotel konnte ich auch die Geräuschkulisse noch einmal ablaufen lassen, die Geräusche hatte ich ab dem Augenblick der Totalität nicht mehr verarbeitet. Selbst die strahlend helle Venus habe ich nicht registriert. Aber das ist nicht schlimm.  Es war so oder so das eindrucksvollste Ereignis in meinem Leben. Das hatte ich zur Sofi 1999 auch gesagt, aber dieses mal war es noch besser. So ein Schauspiel der Natur ist eigentlich kaum vermittelbar. Auch hier zeigte sich meine wiederholte Äußerung: eine partielle Finsternis ist nur ein Splitter dessen, was eine totale Finsternis bietet. Zieht dich eine partielle Verdunklung der Sonne schon in den Bann, so steigert sich dieses exponentiell mit jeder Sekunde ins Unendliche.

Es wurde langsam heller. Mein erster Blick galt den Franzosen. Die Frau war völlig aufgelöst und schluchzte wie ein Schlosshund. Ich lies alles an mir fallen und setzte mich auf den Stuhl. Kein Blick mehr zur Sonne, obwohl die Partielle jetzt mit bestimmt 95 % am Himmel stand.
Erst bei geschätzten 90% sah ich wieder auf. Uwe trat an mich heran und war so begeistert, dass ihm kaum die Worte einfielen. Wir konnten durchatmen.

 


Als mir in meiner Jugendzeit zum ersten mal ein Physiker von einer Sonnenfinsternis berichtete, hat er neben den faszinierenden Effekten etwas abfällig über die erstaunten Leute gesprochen. Diese vielen "Ah's" und "Oh's" seien doch gar nicht angebracht. Es ist ein ganz normaler physischer Vorgang, der erklärt werden kann. Eine Zeit lang erschien mir das logisch.

Inzwischen habe ich meine Meinung darüber vollständig geändert. Klar weiß ich als Hobbyastronom, was sich da oben abspielt. Aber der Mensch ist Mensch und verfügt über ein paar komplexere Fähigkeiten. Wer hier Emotionen unterbindet, beschneidet sich eines wesentlichen Teiles seiner selbst.


Der Horrortrip
Wir überlegen wenigstens eine Stunde zu warten, denn der sich geleerte Platz kündigte die Heimreisewelle an. Das war auch am Horizont an der kriechenden Autoschlange zu erkennen.
Ich möchte das eigentlich nicht noch mal detailliert beschreiben, aber es gehört ja mit dazu. Daher im Groben:
In Amerika ist alles größer, vielleicht auch der Stau. Natürlich hatte dies hier einen handfesten Grund. Die wahren Dimensionen hielt niemand von uns für möglich.


Was sagte ich in einem anderen Blog? 27 Millionen Menschen waren auf dem Weg? Jo - so Pi mal Daumen kommt das hin.
Bereits nach 10 min standen wir erstmal bei brütender Hitze auf der Parallelstrasse zum Highway komplett fest. Die Klimaanlage des VW Jetta schaffte kaum die einfallende Hitze zu bewältigen.  Auf der Strasse rührte sich kein Auto mehr. Einige Fahrer wurden unruhig und preschten einen landwirtschaftlichen Weg entlang. Dabei zogen sie riesige Staubwolken hinter sich her.

Ich saß mit Holger und Manuela im Auto, plötzlich scherte das Auto der anderen Freunde aus und fuhr in die entgegengesetzte Richtung. Dort war es noch ein wenig flüssiger. In diesem Moment brach jeglicher Kontakt zu ihnen ab. Es war keinerlei Handyverbindung möglich. Obwohl wir zügig nachsetzten, war dann weit und breit keine Spur mehr von ihnen zu sehen. Ich vermutete, dass irgend etwas sie in leichte Panik versetzte. Wie sich später herausstellte ging es wirklich jemandem nicht gut und sie suchten eine geeinigte Stelle zum Aussteigen.

Insgesamt hätten wir 120 Meilen bis zur nächsten Unterkunft nach Cheyeene zu bewältigen gehabt. Auf einer ordentlichen deutschen Autobahn schrubbelt man sowas in 90 min weg.
Hier in den Staaten gibt es aber übers Land kein vergleichbares Straßensystem. Nach Cheyeene führt nur der Highway und 40 Meilen  weiter östlich eine Landstraße nach Süden. Die dafür notwendige Kreuzung lag 8 Meilen vor uns im Norden. Dafür brauchten wir allein etwas über 3 Stunden. Holger schlug die östlich gelegene Straße vor und so bauten wir 70 Meilen Umweg ein. Nach weiteren drei Stunden war er so von Übelkeit genervt, dass wir beschlossen zu wechseln. Ein solcher Fall war nicht eingeplant, da die Fahrer bei der Vermietung versicherungstechnisch festgelegt werden. Hier war jedoch "Not am Manne" und ich setzte mich hinter das Lenkrad. Es gab aber einProblem:

 

Nach dem Packen der Fahrzeuge wechselte ich wegen des übervollen Wagens doch wieder zu Holger. Daher lag all mein Gepäck im anderen Auto, auch meine normale Brille. Jetzt hatte ich die ganze Zeit eine Sonnenbrille auf. Und mit dieser Brille fuhr ich nun notgedrungen bei einem wundervollen Sonnenuntergang der Nacht entgegen. Ich sag euch, es war irgendwann so finster, das ich vom schwachleuchtenden Navigationssystem und dem Strassenrand draußen nichts mehr sehen konnte. Dennoch klappte erstaunlicher Weise alles besser als befürchtet. Irgendwie gewöhnten sich meine Augen mit der Zeit an so wenig Licht und ich hielt mich vor allem an den roten Leuchten meines Vordermannes,

Nach 10 Stunden nerviger Fahrt trafen wir erschöpft im Motel ein. Und unglaublich - wir waren die Ersten der Truppe! Mein Zimmer konnte ich jedoch nicht beziehen, denn die Unterlagen dafür hatte Uwe im anderen Auto. Draußen war es empfindlich kalt geworden. Da wir zudem alle bettreif waren, beantragte ich im Zimmer von Holger und Manu offiziell Asyl. Dies wurde glücklicher Weise gewährt und man reichte mir sogar ein Decke - und zusätzlich oben drauf ein Kopfkissen. Das Glück schien kein Ende zu nehmen.


In der mir am geeignetsten erscheinenden Ecke des Raumes fand ich wie ein bisschen das Paradies mit Ruhe. Was will man mehr....? Na gut, ein gereichtes Bierchen hätte die Sache noch komplett gemacht. Vielleicht auch ein Zweites.

Uwe rief mich 1 Stunde später per Handy an. Ich könne ins anderen Zimmer einrücken. Irgendwie fast schade, hatte ich es mir doch so gemütlich gemacht und langsam gefiel es mir sogar ;-)

Aber gegen eine heiße Dusche konnte selbst die schönste Ecke dieses Raumes nichts entgegen halten. 10 min später schlief ich weg wie ein Stein.

2 Kommentare

Yellow Stone National Park

Mit dem Yellowstone setze ich mich schon längere Zeit gedanklich auseinander. Viele Berichte habe ich gelesen und die Geologie mit den Kräften unter der Erde fasziniert mich. Am beeindruckendsten fand ich die Fotos, die National Geografic veröffentlicht hat. Demenstprechend war ich auf den Besuch im Park gespannt.

 

Grand Canyon ist großartig. Aber der Yellow Stone beeindruckt mich nochmals mehr. Manu sprach davon, dass es fast zu viele Eindrücke sind.  Und tatsächlich, die Landschaft ist so abwechslungsreich schön, dass man fast davon besoffen wird. Gleich die ersten Minuten sehen wir doch glattweg einen Büffel, der nahe des Eingangs zum Park faul auf der Erde liegt. Anhand der Kuhle kann man erkennen, der ist öfters hier. Ist bestimmt der Quotenbüffel.

 

Als nächstes fahren wir nahe des ersten Parkplatzes an einer heißen Quelle vorbei. Obwohl ich das Gefühl habe, der Finger wird kaum noch vom Auslöser der Kamera kommen, mach ich ein erstes Bild aus dem fahrenden Auto. Es geht nicht anders, es musste sein. Oh ist das spannend!

Überall sprudelt heißes Wasser, zischen schweflige Dämpfe und schillert es in komplexen Farben. Alles Zeugnisse vom Supervulkan, der die vielen Thermalquellen speist. Es sollen 10000 heiße Quellen und ca 300 Geysire im Park existieren.

Nach 5 min Fußweg kommen wir an einem Fluss vorbei, der als solches schon total schön aussieht. Aber am Rand läuft heißes, dampfendes Wasser hinein und macht das ganze unwirklich.

 

Unser eigentliches Ziel lautet Grand Prismatic Spring, sicherlich eines der bekanntesten Farbkleckse in dieser Landschaft. Es ist ein heißer Pool von 70 x 90 Meter Durchmesser und 50 m Tiefe. Das heiße Wasser nährt zahlreiche Bakterien, die in schillernsten Farben den Rand des Pools zu einer Augenweide gestalten. Da ich direkt davor stehe, kann ich nicht alles überblicken. Das folgende Foto ist mit einem Fischaugen-Objektiv entstanden. Damit kann ich fast 180 ° Sichtfeld einfangen.


Ein leichter Wind empfängt mich am hölzernen Laufsteg und wirkt erfrischend. Da schlägt uns zum ersten mal der warme Dampf der Quelle entgegen. Es ist wie in einer Sauna, nur der schweflige Geruch kommt hinzu.

Aufnahmen dieses Hot Spots aus erhöhter Position sind atemberaubend schön. Deswegen beschließen wir alle zusammen diesen Ort am folgenden Tag noch einmal zu besuchen, aber von einer anderen Position anzufahren.

 

Wer vom Yellow Stone erzählt, kommt an der bekanntesten Attraktion kaum vorbei, dem Gysier Old Faithfull. Übersetzen kann man das mit "Der alte Getreue". Den Namen hat er kurz nach seiner Entdeckung 1870 erhalten, da er in einer beharrlichen Regelmäßigkeit die inneren Kräfte durch heftige Eruptionen frei lässt. Dabei wird heißes Wasser düsenartig 30 bis 50 m hoch geworfen, was sich dann als große Dampfwolke verflüchtigt. Vorher zieht sie jedoch weit sichtbar über das Gelände.

 

 

Bei unserer Ankunft drängen sich Massen von Leuten um einen halbkreisförmigen Steg um den Gysier. Alle 90 min soll er aktiv werden und es sind gerade noch ca. 10 min bis zur Eruption. Perfektes Timing.

 

Ich schnappe mein Handy und schalte auf Video. Dann halte ich es über die Köpfe der Menschen, denn ich sehe kaum hindurch. Nach 3 min wird es anstrengend im Arm und ich lasse ihn ab, da faucht eine kleine Fontäne los. Mist! Genau in diesem Augenblick geht es los...? Denkste! Nachdem ich das Video erneut gestartet habe, versiegt der Anfall in leichten Dampf. Ok, er bereitet sich wohl vor. Ich halte das Handy wieder hoch und weitere Minuten vergehen. Ihr werdet es nicht glauben, aber selbes Spiel wieder. Ich nehme den Arm runter und stoppe das Video, um den Speicher nicht unnötig mit warmen Dampf zu füllen. Da faucht das Ding wieder los.

 

Ok, der sieht mich wahrscheinlich. Also, es hilft nix. Ich halte das Handy hoch und starte bzw. stoppe nach 1 min oben haltend die Sequenz. Und das wird belohnt.

 

Der Ausbruch beginnt - allerdings viel leiser als ich erwartet hätte. Natürlich sieht das Klasse aus. Wie eine überhitzte Dampflock, die Druck ablässt. Und von dieser Vorstellung dachte ich, muss es irgendwie laut sein.

 

Der Vorgang dauert ca. 2 min und dann ist es vorbei. Die Aufregung legt sich, die Leute klatschen tatsächlich Beifall.

 

Naja insgesamt schick, aber irgendwie läuft alles unromatisch ab. Nach einer notwendigen Stärkung in der nahe gelegenen Futterbude laufen wir eine der Touristenpfade ab. Jetzt wirds richtig schön!

 

Die Massen von Leuten lassen wir hinter uns. Der Weg schlängelt sich märchenhaft durch eine Farbpalette der Natur. Wir wissen nicht mehr so recht, wo man die Kamera überhaupt noch hinhalten soll. Manuela spricht dass aus und mir wird da auch bewusst: Mist, das stimmt - die vielen Fotos - das wird ne Arbeit diese zu sortieren und zu sichten.

 

Ich beschließe ab sofort noch überlegter und sparsamer an die Fotografien heran zu gehen, was mir fürchterlich misslingt.


Ein paar Gedanken zur Geologie

Der gesamte Park ist durch 3 Ausbrüche des unter der Erde schlummernden Supervulkanes entstanden. Um eine Vorstellung zu geben, wie rießig die Auswürfe waren, hier ein kleiner Vergleich:

Beim ersten Ausbruch wurde so viel Material ausgeworfen, das man damit die Fläche von Mecklenburg-Vorpommern 110 m hoch locker aufschütten könnte. Erstaunlicher Weise sind die Eruptionen in auffällig gleichmässigen Abständen aufgetreten - so sagt die Wissenschaft. Der erste Ausbruch fand vor 2,1 Millionen Jahren statt, dann folgte der Zweite vor 1,3 Millionen Jahren. Der Letzte reiht sich mit 650.000 Jahren brav ein. Wer nun etwas rechnet, kann leicht ableiten, dass ein vierter Ausbruch zeitgeschichtlich bevor steht. Ob nun in 100, 1000 oder in 10000 Jahren weiß nur Mutter Erde.

 

Wie dem auch sei, nur durch diese innere Antriebsquelle wird dieser spektakuläre Betrieb möglich. An den unzähligen Fumarolen ist mir aufgefallen, das jede Quelle ihre eigene tiefe Quelle besitzen muss, egal wie dicht sie zusammen liegen. Anders ausgedrückt: es kann keine Verbindung zwischen den brodelnden Wasserlöchern geben, weil das Niveau der Wasseroberfläche überall anders ist. Das wäre nicht möglich, wenn alles miteinander verbunden ist.

 

Die heißen Quellen besitzen zudem unterschiedlichste Verhaltensmuster. Blubbert ein Topf vor sich hin, kann es 1 m daneben schon kräftig zischen und sprudeln. Die lauteste Quelle pfeift beeindruckend laut mit einem kontinuierlichen Dampfstrahl vor sich hin.


Die beiden ersten Hotspots befinden sich nicht weit von unserer Unterkunft entfernt. Nicht weit bedeutet eine Autostunde. Wie groß das ganze Gebiet des Parks sich erstreckt, zeigt sich in den nächsten Tagen. Um an das entgegen gesetzte Ende des Parks zu gelangen, fahren wir an einem anderen Tag etwas über 3 Stunden vom Westtor durch die bergige Landschaft. Dabei ist die Tour alles andere als langweilig. Am schönsten finde ich die vollkommen naturbelassenen Flussläufe. So muss es früher überall auf der Welt ausgesehen haben. Der wilde Verlauf wird lückenlos von toten Baumstämmen umramt, denn niemand räumt hier einen gefallenen Baum weg. Es liegen genauso viele tote Baumstämme auf dem Boden wie lebende Bäume drum herum stehen. Das ist ein einmaliges Bild. Oder wie würde Uwe nun sagen: schön ist es hier im Harz.

 

Obwohl wir massenhaft Büffel, Krähen und Gabelböcke sehen können, erstaunen mich mit der Zeit die teilweise vollkommen leeren weiten Landstriche. Kein Tierchen weit uns breit, nicht einmal kleine Nager, wie sie bei unserer Unterkunft massenhaft auf den Bäumen sitzen (Streifenhörnchen). Auf der anderen Seite wird überall vor Bären gewarnt. Ich sehe alle Fliegenfischer mit Antibärenspray rumlaufen. Berechtigt, denn vor allem Wanderer sind jedes Jahr von Unfällen betroffen. Tote gibt es glücklicher Weise selten, jedoch sind im Schnitt 40 Verletzte zu beklagen. Einem Männchen oder einer Bärbel mit Jungen möchte ich auch nicht gegenüber stehen, trotzdem hoffen wir alle sehr, Bären zu sichten. 

 

Alternativ tut es auch der Wolf. Um diesen Glück nachzuhelfen, recherchiere ich ein wenig über Erfahrungswerte von Beobachtern. Auffällig oft wird dabei das Lamar Valley erwähnt. Daher geht es am letzten Tag dort hin, was sich lohnen wird.

Zuvor gibt es ein gemeinsames Abendessen mit einer ausgesprochenen Spezialität (ja sowas gibts hier :-) ): T-Bone-Steak. Grund ist auch die Verabschiedung von Manu und Holger. Die Beiden werden zusammen wieder Richtung Nordwesten reisen. Ich verbleibe mit Thorsten, Gabi, Wiebke und Uwe die restlichen Tage vor dem Rückflug im Yellowstone-Park.

Und da fahren sie... Ich wünsche Euch eine gute Reise und kommt gut wieder in Deutschland an. Übrigens ist das Auto ordentlich zugelassen, falls jemand sich über das fehlende vordere Nummernschild wundert.

Natürlich ist ein VW kein stilechtes fahren hier, aber könnt Ihr euch erinnern, was ich über amerikanische Autos geschrieben hatte? Der Jetta war eine sehr gute unfreiwillige Wahl. 

 

Yellow Stone Park - letzter Tag

Mit dem Yellow Stone Park verknüpft man unweigerlich Bären, Büffel und andere Großtiere. Diese wollen wir gern in freier Natur sehen.

 

Nachdem wir die Landschaft intensiv aufgesogen haben, steht uns der Sinn mehr nach Tierbeobachtungen. Neben dem Büffel, Wapitihirsch und Gabelbock treibt sich ja noch Grizzly, Schwarzbär und der Wolf in den Wäldern umher. Sollten wir noch das Dickhornschaf, Weisedelhirsche und den Yellowstone-Elch sehen, wäre die Liste der Großtiere komplett. Ich bin gespannt.

 

Nach stundenlanger Fahrt und vielen Zwischenstops bekomme ich Zweifel, ob überhaupt noch Tiere im Yellowstone zu sehen sind. Das obige Bild zeigt weites Land, welches selbst nach intensiver Suche durch mindestens 6 Augen und guten Ferngläsern sich als "Großwildfrei" erweist.

Jedoch ist die Landschaft auch ohne Tiere eine Augenweide. Ich weiß nicht, wo ich schon einmal Vergleichbares gesehen hätte. Das Lamar Valley ist nicht mehr weit, da geht es tatsächlich los.

 

Wir sehen als erstes wieder Gabelböcke, als nur wenige Minuten später diese Burschen die Straße selbstsicher beanspruchen:

Diese Büffel haben sprichwörtlich die Arschruhe weg. Nichts scheint sie zu stören oder in geringster Weise zu tangieren. Dennoch soll man zu ihnen mindestens 25 m Abstand wahren.

 

Nachdem wir uns vorsichtig vorbei geschlängelt haben, kommt schon das nächste Highlight.

Eine ganze Herde Büffel, die auch Kälber dabei haben. Obwohl ich nun schon so viele von ihnen gesehen habe, wirkt dieses Bild faszinierend. Wir steigen alle aus und schauen die Herde aus sicherer Entfernung an. Die Fotoapparate haben einiges zu tun...


Mir fehlen gerade so die passenden Gedanken und somit gönne mir eine Schreibpause, die ich mit passenden Fotos fülle. Bitte schön:



Vielleicht hatte der Park ein Nachsehen mit uns, denn kurze Zeit später sprangen wir ganz aufgeregt aus dem Auto. Adler mit Jungen im Nest nisten nicht weit der Straße. Der Einblick in den Horst ist ideal. Deswegen baue ich sofort das Teleskop auf.

 

Der erste Blick durch das Okular lässt mich in bisschen feiern. Die Jungvögel wurden gerade gefüttert.

 

Thorsten verfolgte eines der Alten im Flug mit seinem Fernglas und machte es dann in entgegengesetzter Richtung auf einem Baum aus. Vielleicht können wir den Augenblick abwarten, bis der Greifvogel wieder zurück ins Nest kehrt. Das war uns nicht vergönnt, obwohl wir viel Zeit dort verbrachten.

Unsere Technik lockte innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Leute an, die mit ihren Autos stoppten. Inder, Polen, Amerikaner, Mexikaner... Jeder wollte gern einmal zaghaft durch das Teleskop blicken und fast alle traten beim ersten Blick mit einem "Wow !" wieder zurück.

 

Wir kamen mit etlichen Leuten ins Gespräch. Aus dem Hintergundsäuseln vernahm ich immer das Wort "the germans"

 

Als ein Junge an das Instrument trat, fragte Uwe: "do you have money in your pocket, because one view one dollar" (also ob er Geld hat und es kostet einen Dollar).

Als er sich in die Hosentasche griff, löste Uwe den Spaß auf. Das erheiterte Gesicht des Jungen sprach Bände.

 

Nach wenigen Minuten wurden es immer mehr Leute die sich um den Refraktor drängten. Einerseits gönne ich gern jedem einen Blick durch das Instrument, aber andereseits ist unsere Zeit kostbar. Wir möchten weiter fahren. Daher mussten wir einen harten "cut" machen und schnell abbauen.

 

So könnte es weiter gehen, war mein Gedanke (also Tiere in unmittelbarer Sichtweite beobachten). Auffälliger Weise ist hier kein Tier wirklich scheu. Schließlich erreichen wir das Ziel und uns präsentiert sich ein weitläufiges Tal, welches von Bergen am Horizont abgeschlossen ist. Ich kann mir gut vorstellen, wie hier Raubtiere aus dem naheliegenden Wäldern der Berge auf der Lauer liegen. Tatsächlich erzählt uns ein Beobachter mit Spektiv, dass er hier erst vor zwei Tagen ein Rudel Wölfe beim Jagen beobachtet hat.


Die anwesenden Beobachter ringsum unterscheiden sich jetzt deutlich von Besuchern am Old Faithful oder ähnlichen Hot Spots. Viele benutzen teure und hochwertige optische Instrumente. Ein gutes Zeichen für unsere Absichten. Wir beschließen bis Sonnenuntergang zu bleiben.

 

Aus dem Internet haben wir heraus gelesen, dass die ideale Beobachtungszeit ab 18 Uhr beginnt. Obwohl wir vom Timing ideal sind, bewegt sich nichts auffälliges weit und breit. Das ist eben Natur.

 

Thorsten beobachtet sehr gern mit dem Fernglas, möglichst per Stativ stabilisiert. Das Erkennungsvermögen steigt enorm, wenn das Bild völlig ruhig ist. Insgeheim hoffe ich, er entdeckt etwas Spannendes.

Er ist nicht nur ein ein souveräner Autofahrer, sondern auch ein aufmerksamer Beobachter mit einem geschultem Auge (ihm fallen auf der Reise häufig interessante Kleinigkeiten auf).

An dieser Stelle sag ich ihm mal Danke, für die langen und angenehmen Fahrten (er hat die längsten Strecken sicher und ruhig gemeistert).

 

Zurück zu den Beobachtern:

Immer wieder halten Leute mit dem Auto an, weil sie von den vielen Instrumenten glauben, wir haben etwas mit der Optik eingefangen. Als wieder einmal ein kleiner Junge an uns heran tritt, fragt er sogleich, was wir sehen.

 

Darauf Uwe: "green elephants" (grüne Elefanten)

WHAATS!! rief der völlig verdattert Junge und der zugehörige Vater grinste sich einen ab. 

 

Uwe, wenn das so weiter geht, werden wir irgendwann verklagt ;-)

 

 

Im Refraktor scanne ich bei kleinerer Vergrößerung die Gegend ab. Da ich weiß, dass die anderen das ebenfalls fleißig tun, reize ich jedoch bald das Instrument mit hoher Vergößerung aus. So fahre ich die weite Graslandschaft ab. Nach kurzer Zeit entdecke ich weiß gebleichte Knochen von Büffeln, die weit verstreut liegen. Diese waren nur bei 60 facher Vergößerung zu erkennen.

 

So vergeht die Zeit.

 

Da sich rein gar nichts tut, schwenke ich das Teleskop irgendwann auf den direkt vor uns leuchtenden Mond. Ein Schnappschuss darf ja noch sein, gelle.

 

Wegen dir sind wir so weit gereist.

 

Für die technisch interessierten Leser:

500 mmm Brennweite bei Cropfaktor 1.5 und 24 MPixel, Graduation leicht angehoben und Ausschnitt vergrößert.

 

 

 

Tja, was soll ich sagen - so lief es weiter bis zum Sonnenuntergang.  Schade fade Made. Aber das kenne ich von anderen Beobachtungen, Zeit und Geduld sind die wichtigsten Zutaten bei Unternehmungen dieser Art. Geduld ist vorhanden, aber Zeit, naja...

Eine Sache ist auf jeden Fall eine Erwähnung wert: Etwa 10 min nach beginn der Rückfahrt kommt uns in inzwischen völliger Dunkelheit ein Fahrzeug entgegen. Der Fahrer macht mit Lichthupe auf etwas aufmerksam. Daraufhin drosseln wir die Geschwindigkeit. Keinen Moment zu früh.

 

Nach einer Kurve steht uns auf einmal, mitten auf der Straße, ein mächtiger Bulle gegenüber. Der Büffel bewegt sich auf uns zu und läuft dabei wie ein Lok auf Schienen exakt auf dem Mittelstrich. Wäre es ein Weibchen gewesen, wie unanständig ;-)

 

So richtig wissen wir gar nicht, wie wir ausweichen sollen, daher bleiben wir erst einmal stehen. Völlig unbeeindruckt vom Auto und Scheinwerfer läuft er seelenruhig auf dem Strich weiter. Wir fahren Schritttempo und weichen so weit es die enge Strasse erlaubt rechts aus. Dann sind wir auf selber Höhe. Das Tier streift fast das Auto. Sollte er jetzt mit den Hörnern auf die Idee kommen, mal leicht zu wackeln, haben wir ein Loch in der Tür.

 

Glücklicher Weise sieht der Bulle davon ab und verschwindet hinter uns in der Dunkelheit. Mein Güte, was für eine Begegnung. Die kommenden Autofahrer warnen wir ebenso noch eine Weile mit der Lichthupe.

 

 

Die letzte kleine Aufregung war dieser Kollege auf dem Foto, denn wir dachten zuerst, dass sich in der Dunkelheit ein Wolf verirrt hat.

Zurück nach Halb-Europa

Die Zeit in den USA ist um. Wau ging das schnell!

Nun hieß es Koffer packen und mit einem marathonähnlichen Ritt per Auto nonstop vom Yellow Stone nach Denver fahren. Inclusive zwei Pausen brauchten wir 12 Stunden. Dieses Land ist wirklich groß. Auf der langen Fahrt wurde das wieder überdeutlich, denn bereits nach 3 Stunden änderte sich die Landschaft in Gegend und blieb fast bis Denver trocken und karg. Weites Land, kein Baum so weit das Auge reicht. Dafür Gras bis zum Horizont, auf welchem Rinder fast verloren herumstehen.

 

dies...

 

.... und das,

sind der Grund, weshalb das Land unnötiger Weise noch größer erscheinen lässt, als es ohnehin schon ist.

 

Und weil ich schon bei Vermutungen bin: Das nachfolgende Bild zeigt den wahrscheinlichen Grund, weshalb ein T-Bone-Steak so hervorragend ist, egal wo man es kauft.

 

 

Denver

Heute werden wir gemeinsam den Rückflug Richtung Europa antreten, wobei ich auf halber Strecke aussteige - nämlich auf Island. Dazu gleich mehr. Die Zeit steht uns sehr komfortabel zur Verfügung, da ein ganzer Tag als Puffer vorgesehen ist. Das beinhaltet die Rückgabe des Fahrzeuges ebenso wie das finale Packen der Koffer. Es stand die Idee einer Besichtigung der Stadt Denver auf den Plan. Darauf habe ich kein besonderes Interesse. Von der letzten Einkaufstour berichtete Uwe zudem von vielen Pennern, die wohl ähnlich wie in San Francisco auf den Strassen leben. Das raubt mir den letzten Hauch eines Antriebes für solch einen Ausflug.

 

Der Rückreisetag begann durch die Abflugzeit am späten Nachmittag sehr entspannt. Wir alle verzichteten auf das fürchterliche Frühstück im Hotel und zogen in ein Grillhaus ein. Das dort gereichte breakfast ist ausgezeichnet und typisch amerikanisch. Für ca 10 - 15 Dollar gibt es eine üppig zusammengestellte Kombination aus Eiern, Toast, Omelett und/oder Pancake. Dazu Kaffee bis man HALT sagt.

 

Wir werden einen Shuttlebus vom Hotel zum Flughafen nutzen. Dieser Bus fährt noch lediglich zwei weitere Hotels an.  Beim Ersten steigt niemand ein, dafür warten vor dem zweiten Hotel vier wirklich auffällig hübsche Stewardessen der Fluglinie Southwest. Das Logo auf der Uniform erkenne ich sofort wieder. Die ersten drei Damen wählen die übrig gebliebenen freien Plätze, wodurch der hübschesten der Vier nur der letzte freie Platz neben mir verbleibt.  Die Tür schließt sich und der Rest der Fahrt wird von einem blütenhaften Duft umrahmt. So kann man Amerika auch verlassen ;-)

 

Zum Flug gibt es nichts zu sagen... außer, dass ich wieder kein Auge zumachen konnte. Ach und noch etwas fällt mir ein. Das war die kürzeste Nacht, die ich seit langem erlebt habe. Kaum verdunkelte sich der Tag draußen mit einem fantastisch farbigen Sonnenuntergang, da wurde es auch schon wieder hell.

 

Sonnenuntergang

 

Sonnenaufgang

 

 

Achja - eine nette Sache gibt es noch zu erwähnen:

Icelandair beleuchtet teilweise nachts das Flugzeug mit einem künstlichen Polarlicht, was ganz hübsch aussieht.

Island

Der erste Tag....

...war anstrengend - deutlich mehr als ich erwartet hatte.

Wieso ich im Flugzeug grundsätzlich nicht schlafen kann, weiß ich nicht so genau. Aber die Folge wird sich zusammen mit dem Jetlag heute deutlich zeigen.

 

Es ist 6:30 Uhr morgens in Island, als wir mit dem Flugzeug aufsetzen. Der Flughafen selbst wird gerade baulich verändert, wodurch dieser total verwinkelt und chaotisch wirkt. Tausende Leute vermischen sich zu einer quirligen Masse. Ich möchte meine Freunde gern persönlich verabschieden und suche gute 10 min den Flughafenbereich ab. Da läuft mir Thorsten über den Weg, der verzweifelt nach einer Rauchermöglichkeit sucht. Mit seiner Hilfe finde ich die Truppe. Der Abschied ist für solch eine Reise viel zu kurz, aber notwendig. Mein Koffer dreht in einer anderen Halle tatsächlich schon Runden.

 

Die nächste Überraschung wartet am Leihwagenschalter auf mich. Die Schlange ist so groß, dass ich gute 2 Stunden anstehe.... Hilft nix, ich muss da durch. Fast alle Wartenden sind Amerikaner. Dieser Umstand heitert das Warten etwas auf, denn die Amis sind ja kontaktfreudig.

 

Irgendwann sitze ich in einem golfähnlichem asiatischen Gefährt und bin heilfroh meine Ruhe zu haben. Ich muss nun die Zeit bis zum nächsten Check-in überbrücken. Die Hauptstadt Reykjavik liegt etwas über eine halbe Autostunde entfernt.  Dies soll mein erstes Ziel sein.

 

 

Die Anhalter

Nach gerade 4 min Autofahrt sehe ich an der Strassenseite zwei Anhalter. Beide kann ich zunächst kaum erkennen. Egal, die kommen mir gerade recht und ich bremse aufgrund der günstigen Haltemöglichkeit. Zwei junge Damen schlüpfen sichtlich erfreut auf die Rückbank und fangen sogleich an sich vorzustellen. Es sind Magdelena und Sonia aus Polen. Da ich mich grinsend mit Sadowski vorstelle, ist die Freude groß, aber das Sprachproblem nicht kleiner. Durch die Übermüdung strengt mich das Zuhören und Übersetzen anfänglich an, werde aber etwas gepusht.

 

 

Etwas besseres als die Beiden mitzunehmen konnte mir nicht passieren, denn sie erzählen mir in einer Turbo-Kurzfassung alles Wichtige für die ersten Überlebensstunden in Island  ;-)

 

Allem voran, wo ich günstig einkaufen kann - was bitter nötig ist. Die Preise werden sich als etwas ganz besonderes herausstellen. Nicht, dass ich das nicht erwartet hätte, aber es gibt extra teure Fallen. Beide sind mit ihrer Reise fast durch und haben seit 3 Wochen ca. 2000 km mit dem Rad zurück gelegt. Schlafen war "Outside" (ich nehme an im Zelt).

Vor dieser Leistung zölle ich Respekt. Ihre Aussage, dass man hier mehrere Klimazonen durchlebt nehme ich sofort ab, denke mir im Stillen jedoch, das wohl eher die kühleren Temperaturen dominieren.

Mit ihnen fahre ich das Zentrum von Reykjavik an.

 

 

Sie geleiten mich sicher ins Zentrum von Reykjavik und ich stelle den Motor ab. Da erzähle ich von meinem "little blog" und die beiden wollen unbedingt den Link wissen. Den rücke ich aber nur raus, wenn ich ein Foto mit ihnen machen darf ;-)

Nach dieser lustigen Fahrt verabschieden sich die Beiden ganz lieb und flux sind durch irgendeine Nebenstrasse verschwunden.

 

Ich bin froh diesen entspannten Bummel allein durch die Stadt zu machen und schleiche übermüdet durch die Gassen. Viel Mühe gebe ich mir heute beim Fotografieren nicht und so verkommen die meisten Bilder zu Knipsfotos.

 

 

Hallgrímskirkja

 

Das bekannteste Gebäude ist wohl diese auffällige Kirche. Das Erscheinungsbild lässt stutzen und ist nach kurzem überlgen eindeutig Basaltsäulen nachempfunden.

 

Hundete Asiaten tummeln sich vor dem Gebäude und machen Selfies. Es dauert eine Weile um einen kurzen freien Blick auf das Gebäude abzuwarten. Endlich gibt es für 5 sek die Möglichkeit ein Bild zu machen, da fuchtelt eine der Asiatinnen wild in meine Richtung, ich soll au dem Bild gehen. Tssss....

 

Mir ist nach setzen zumute und so schlendere ich zum Eingang. Die fünfschiffige Kirche wirkt innen mit dem gotischen Baustiles absolut schlicht und filigran zugleich. Der Baumeister hat eine tolle Arbeit geleistet. Sie wirkt modern und ist angenhem hell. Dreht man sich in der Mitte des Raumes um, fällt sofort die dominierende Orgel ins Auge. Die Pfeifen sind nicht nur senkrecht sondern zum Teil auch waagerecht angeordnet, was ich ungewöhnlich finde.


Erbaut wurde die Orgel übrigens von der deutschen Firma Johannes Klais Orgelbau.

 

 

Das kühle Sandwich

Nach dem Besuch der Kirche beschließe ich eine Kleinigkeit zu essen. Was die Preise diesbezüglich angeht, hatte ich ja schon etwas angedeutet. Aber so in der Praxis und live sind die Auspreisungen schon interessant. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten und Überzeugungen schlüpfe ich deswegen in einen Subway, welcher Sandwiches anbietet.

 

Nach kurzer Orientierung bestelle ich bei der Dame hinterm Tresen. Obwohl ich sie freundlich anspreche, bleibt ihr Blick eisern und komplett emotionslos. Ist bestimmt ein harter Job hier... Selbst ein angedeuter Scherz lässt nicht die geringste Regung erblicken. Eigenartig. Was ich noch nicht ahne, war meine erste Bekanntschaft mit dem isländischem Gemüt.

Gerade komme ich aus Amerika. Dort wird schon die kleinste Aufmerksamkeit sofort positiv erwidert. Per Wort oder Geste, egal es gibt immer feedback. Bei einem späteren Gespräch hier wird als "Aber" entgegnet, dass die Amis oberflächlich sind. Das ist sogar richtig, doch im Alltag bringt die stetige Freundlichkeit etwas Angenehmes mit sich.


 

Der Isländer

Das muss ich mal kurz erläutern. Irgendwo in einem Online-Reisführer habe ich gelesen, dass Island klimatisch betrachtet ein grausames und hartes Land sei... Also grausam finde ich etwas überzogen, aber hart ist es bestimmt. Abgesehen von den widrigen metreologischen Bedingungen äußert sich auch mal ein Vulkan und erzeugt ganz eigene Lebensbedingungen. Jedem dürften die Auswirkungen des Eyjafjallajökull (ich kann es inzwischen aussprechen) im Jahr 2010 in Erinnerung liegen. Dieser Vulkan hat nicht nur tausende Flüge in Europa gestrichen, sondern auch meinen eigenen damals angesetzten Ägyptenurlaub mit (!) Tauchkurs.  Eine Stunde vor Abflug wurde der Flug gestrichen. Ich habe also eine ganz besondere Rechnung mit ihm offen...  Hier in Island waren die Auswirkungen jedoch noch viel stärker.


Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Gemüt der Einheimischen wohl auch emotional angepasst. Ein Lächeln geht dem Isländer selten über die Lippen. Nicht, dass er unhöflich wäre, nein -  er ist reserviert und wirkt kühl. Grüßt dich einmal ein Isländer auf dem Weg zwischen den vielen entgegen kommenden Menschen, war es kein Isländer. Es war in diesem Falle bis jetzt immer ein Amerikaner.

 


 

Nach einer halben Stunde treffe ich diese reizende Dame auf dem Foto. Wie ich mich später belesen kann, handelt es sich um einen Troll. Der Stellenwert dürfte irgendwo mit dem deutschen Rübezahl vergleichbar sein. Aber ich würde mich da nicht streiten.

 

Was jedoch fest steht, ist ein starker Glaube der Isländer an der Existenz der Trolle. Diese Wesen sollen zwischen 300 und 400 Jahre alt werden. Tja, hätte diese Dame hier zwischendurch mal Peeling benutzt...

 

Das letzte Gebäude, welches ich mir ansehe, ist das Konzerthaus Harpa. Von weitem wirkt es ein bisschen wie der Kristallpalast in Dresden - nur eben vollkommen aus Glas.  Aus der Nähe sieht das echt schick aus, ganz im Gegensatz zu unserem Kino. Als ich lese, dass im Inneren freies WiFi verfügbar ist, suche ich mir eine gemütliche Sitzgelegenheit und versuche meine morgige Reiseroute zu verifizieren. Ich möchte gern ins östlich gelegene Vik fahren, was gleichzeitig auch die längste Strecke in den 5 Tagen bedeutet. Als ich so sitze, schlägt jedoch der Schlafmangel zu und ich versacke in dem harten Leder. Obwohl ich noch mehr als 2 Stunden bis zum Checkin im Hostel warten muss, rappel ich mich nach 10 min auf und beende die Stadttour.

 

Auf dem Weg zum Auto schlägt jetzt die Müdigkeit zu. Auweia, ich will nur noch so fix wie möglich ins Bett. Nach 30 min Fahrt geht nix mehr. da ich unaufmerksam werde fahre ich rechts auf einen Hügel mitten in einer atemberaubenden Lavalandschaft. Ich mache ein Foto und stelle das die Rücksitzbank um. Peng!

 

Nach 2 Stunden fahre ich weiter und bekomme per Handy englische Anweisungen: "Wohnung offen, Tür klemmt, komme später"

Als ich die Unterkunft betrete, denke ich zuerst, das ich falsch bin. OK, niemand ist zu Hause, die Tür steht offen. Das stimmt! Aber der Fussboden aus Parkett ist mit weiser Farbe bekleckert, es sieht unaufgeräumt auf. Es liegen Klamotten und sonstige Haushaltsdinge durcheinander. Hier ist jemand voll im Gange und hat Stress, ist mein Gedanke. Ich gehe durch die Räume und finde im Chaos einen sehr ordentlichen Raum mit einem Handtuch auf dem Bett. Das ist die richtige Bude, das muss sie sein!

 

Ohne mir weitere Gedanken zu machen lass ich alles fallen und gehe duschen. Das Bett ist frisch bezogen und somit mehr als einladend. Irgendwann klappert es in der Wohnung und ein Mädchen von ca. 7 Jahren steht im Flur. Ich stehe auf und begrüße sie nett, sie erwidert und verschwindet. Na da dürfte die Mama nicht weit sein.

 

Sie trifft eine weitere Stunde später ein und begrüßt mich freundlich aber deutlich reserviert. Diese "Reserviertheit" bleibt bis zur Abreise bestehen. Das Chaos ist die eine Sache, aber die Zurückgezogenheit befremdet mich. Ich denke, sie ist irgendwie mit sich selbst beschäftigt und verzieh mich in ihre Küche. Die steht zur freien Verfügung. Ich koche mir Spaghetti mit einer provisorischen Tomatensoße. Der Klassiker schlechthin.

Bevor ich schlafe, sehe ich mir die morgige Route an. Die Reise nach Vik ist zugleich der längste Reisabschnitt in Island. In Vik gibt es einen schwarzen Strand und hoffentlich Papageitaucher.

Island 2

Der Morgen

Zum Frühstück versuche ich es ein wenig mit Plauderei. Dabei ziehe ich die billigste Karte aus dem Ärmel, das Wetter! Ich habe mich über den guten deutschen Wetterdienst heute morgen schlau gemacht und erfahren, das es heute sonnig wird und die kommeden zwei Tage stark regnet.

"Da brauch ich mir keine Sorgen machen - in Island wechselt es ständig" sagt die Vermieterin.  Als ich auf die Renovierungsarbeiten zu sprechen komme, flammt eine Unterhaltung auf und stirbt kurzerhand wieder. Ok, dann ist es so.

 

 

Vor 3 Monaten habe ich bei der Island-Planung mir nur 3 Dinge gewünscht:

  1.   ich möchte gern in einem heißen Fluss baden und das gern fotografisch als persönliche Erinnerung festhalten,

  2.   ich möchte gern die kontinentale Abspaltung der amerikanischen von der europäischen Platte bestaunen,

  3.   ich möchte gern Papageitaucher live sehen.

Alles andere ist optional.

 

Vulkane interessieren mich, sind jedoch auf dieser Reise unerreichbar. Geysire habe ich in USA gesehen, und Städte interessieren mich nur bedingt.  Für den ersten Wunsch muss ich zwingend eine 1 stündige Wanderung unternehmen. Unter Starkregen wäre das suboptimal.

 

- Mhm - In Island wechelt das Wetter immer......

Ihren Worten glauben schenkend, wanke ich jedoch mehr zur deutschen Gründlichkeit!

 

Ich verabschiede mich höflichst und erhalte sogar ein sanftes Lächeln. 5 min später werfe ich den Motor meiner Nuckelpinne an und los gehts. Zunächst fahre ich planmässig meine Route. Die folgende halbe Stunde geht mir der Wetterbericht durch den Kopf.

Schluss aus, ich disponiere um und verlasse mich auf Kachelmann und Co! Wie sich später heraus stellen wird, eine goldrichtige Entscheidung.

 

Der heiße Fluss...

...ist erreichbar über einen steilen Aufstieg in die Berge. So soll es sein!

Ich parke mein Auto sauber ab und mach mich auf den Weg. Nach bereits 50 Höhenmeter schwitze ich unter meiner Jacke. Bin ich wirklich so untrainiert? Anscheinend ja.

 

 

Es wird ein Aufstieg ohne Sonne. Je höher ich komme, desto nebliger wird es. Auf der Kleidung perlt sich Feuchtigkeit. Hin und wieder  stinkt es nach Schwefel.

 

Manchmal schlägt warmer Dampf entgegen. Unzählige heiße Quellen kündigen ein tolles Erlebnis an. Davon kann man aber noch nichts ahnen, denn die Sicht beträgt zuletzt keine 100 Meter.

 

Nach 40 min Aufstieg ist nur noch der Weg zu sehen. Ich erkenne im Nebel eine Abbruchkante und dort steht eine Asiatin.

 

Sie stürzt auf mich zu und bittet, ob ich mit dem Handy ein Foto von ihr (und dem Nebel) schießen kann. Das mach ich glattweg und dann bietet sie sofort selbiges für mich an.

OK, sie will die Schuld begleichen und ich gebe ihr den Fotoapparat. Obwohl man wirklich nicht viel sehen kann, hier das Ergebnis.

 

Auf weiteren Aufstieg komme ich an sehr heiße Quellen vorbei. Schilder warnen vor 100 °C. Es kocht heftig in diesen heisen Töpfen und meine Brille beschlägt so stark, das ich sie abnehmen muss. Dadurch wird das Bild aber auch nicht schärfer. Es fühlt sich an wie in einer gigantischen Waschküche.

 

Noch eine viertel Stunde Fussweg und ich komme am heißen Fluss an. Das Bild fasziniert mich. Mitten in dieser windig kühlen Landschaft liegen unzählige Leute im Fluss und lassen es sich gut gehen. Ich suche eine ruhige Stelle flussaufwärts. Leider versperrt ein Schild den Weg, denn oberhalb ist es zu heiß. Ein Deutscher in Badehose klärt mich auf, das er hier rein wollte und bei 50 °C schnell wieder raus ist. Sein feuerroter Körper untermalt diesen Badeversuch.

 

 

Also gehe ich wieder flussabwärts, bis niemand mehr im Wasser zu sehen ist. Je weiter man zurück geht, desto mehr kühlt sich das Wasser ab.  Mein Prüffinger befindet die Temperatur als ideal und ich schaue mich um. Irgendwo muss ich auch meine Kamera vernünftig aufbauen können.

 

Ich überlege so, da kommt ein junges Pärchen auf die gleiche Stelle zu. Ich frage sie, ob sie baden wollen und sie sagen Ja. Na prima, dann ist das mit dem Bild schon mal gesichert, denn die Beiden wollen sicherlich auch ein Erinnerungsfoto haben...

 

*Trommelwirbel*

Der Mann ist Berufsfotograf! Mein Glück scheint mal wieder kein Ende zu nehmen. Ich mache mir an solch einem Ort Gedanken über Bildkomposition und Stativmöglichkeiten und dann erscheint ein Profi? Ich fasse es nicht.

 

Ich springe zuerst rein und bin hin und weg. Das ist wirklich wie in der Badewanne  --- heeerrrlich ---- Dafür hat sich die Reise gelohnt.

 

Nach einigen Minuten starten wir gegenseitiges Fotografieren. Ich fange an und bitte die Beiden sich zusammen in der Mitte zu setzen. dann sag ich gar nichts mehr und mach nur 1 Foto. Mit freundlicher Genehmigung darf ich es einstellen.

 

 

Wir bleiben gemeinsam gute 2 Stunden im Wasser. Nach einer Stunde stelle ich fest, das es doch einen gewaltigen Unterschied zur klassischen Wanne gibt: In einer Wanne wird mit der Zeit kälter und es steht still. Das fließende Wasser im Fluss umspült Dich dagegen permament und somit friert man zu keiner Sekunde.

PS: Die Temperatur habe ich auf ziemlich genau  36,4 °C gemessen... äh geschätzt   ;-) 

 

 

Abstieg

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat Zwei. Irgendwann muss man raus! Ich muss sagen, dass das Bad mit den Beiden sehr schön war und so lag es nahe noch ein wenig zusammen zu gehen.

 

Die Person im folgenden Foto läuft ungefähr 2 m vor mir. Die heiße Quelle vor uns produziert massenhaft Dampf.

 

Wir laufen eine halbe Stunde, da staune ich nicht schlecht: der Nebel hat sich verzogen und ein grandioses Panorama wird sichtbar. An einer Schlucht lassen die Beiden eine Drohne steigen und fertigen Luftbildaufnahmen an. Das sah schon nur vom zusehen toll aus

 

Irgendwann auf dem Weg verabschiede ich die Beiden, da ich die Landschaft bewusster aufnehmen möchte. Dadurch verlangsame ich meinen Schritt und komme bei klarster Sicht an den heißen Quellen vorbei, die ich schon beim Aufstieg gesehen habe.

 

Ein neues Quartier

Das vorletzte Quartier lieg am östlichsten der Route und wurde als Basispunkt für den Ausflug zum schwarzen Strand gewählt. Es ist eine schicke Pferdefarm. Mehrere Leute haben dort sich eingemietet. Eine deutsche Mutter mit Tochter, eine asiatisch aussehende Familie, die aber aus USA kommen und Weitere Leute. Als ich Abendbrot zubereite spricht mich die Mutter an. Wir unterhalten uns bis spät abends und schweifen letztlich in Politik ab. Da ziehe ich die Notbremse und lenke das Thema wieder um. Aber das Gesprächsbedürfnis für das Thema ist ungebrochen und ich bin froh, das wir durch Müdigkeit den Tag beenden.

Island 3

Entspannte Tage zum ausklingen

Der neue Tag beginnt in strömenden Regen. Die deutschen Wetterfrösche haben also recht behalten und ich bin sowas von froh, die lange Autotour auf heute verschoben zu haben. Der schwarze Strand ist insofern interessant, weil dort Papageientaucher brüten sollen. Auf dem Weg werden imposante Wasserfälle die Tour aufwerten.

 

 


Zwischendurch lässt für ein paar Minuten der Regen nach und eine düstere Berglandschaft wird sichtbar. Das sieht so toll aus, das ich anhalte und die Stimung in einem nicht repräsentativen Foto festhalte. Ihr müsst Euch vorstellen: Das Licht der Sonne kommt am Berg teilweise durch und ober- bzw. unterhalb davon ist es rabenschwarz. Das sind extreme Unterschiede im Licht.

 

Nach einer weiteren reichlichen Stunde Fahrt sehe ich plötzlich nach einer Biegung meinen ersten großen Wasserfall in Island. Ich bin am Seljalansfoss angekommen.

 

Hinter diesen Wasserfall kann man laufen und sich die Gischt ins Gesicht sprühen lassen. Ich biege ein und sehe Massen von Leute. Daraufhin drehe ich ab und fahre weiter. Den nehme ich auf der Rückfahrt mit. Wie sich dann herausstellen wir, ist der Weg hinter dem Fall gesperrt

 

Nach nicht einmal 1 Minute taucht ein weiterer Wasserfall auf, den ich viel schöner finde als den Ersten. Ich steige an einer einsamen Parkbuchte aus und fotografiere dieses herrliche Grün.

Auf Island gibt es insgesamt 9 bedeutende Wasserfälle, von denen ich Drei besichtigen möchte. Der Kommende liegt nicht weit entfernt.

 

Eine Sache schwebt mir unabhängig von Island schon lange vor: Fließendes Wasser mit dem Fotoapparat einzufrieren ist kein Problem, aber eine Langzeitbelichtung mit weichen Effekten habe ich in dieser Art noch nicht gemacht.

 

Dafür liegt in der Fototasche ein spezielles Graufilter bereit. Dieses dunkelt das Bild soweit ab, das man mit der Belichtung in den Sekundenbereich kommt. Erst dann ist es ausreichend belichtet. Das probiere ich beim nächsten Halt aus.

 

Und somit wird aus Diesem....

 

...wird nach 10 sek Das:

So ganz perfekt ist es nicht, die Farben sind verschoben und die Leute laufen wie Geister durchs Bild. Der Effekt jedoch kommt natürlich sehr schön durch.

 

 

Ankunft am schwarzen Strand

Es regnet noch stärker und dazu stürmt es. Die Leute verstecken sich hinter Kapuzen. So mach ich das auch und laufe los. Als erstes präsentieren sich gewaltige Basaltsäulen. Die habe ich schon öfters gesehen, aber so unterschiedliches Material an einem Fleck wie hier ist einmalig. Feine nur millimeterdicke Platten gehen über in große Säulen. Aufgrund des miesen Wetters habe ich bedenken um meine nicht wasserdichten Objektive.

 

 

Und dann sehe ich nach oben und sehe diese Kameraden sitzen:

Das ist eine Ausschnittsvergrößerung eines Fotos mit 90 mm Objektiv aufgenommen. Normaler Weise wäre ich nun zum Auto gelaufen und hätte den Refraktor mit seinen 500 mm Brennweite geholt. Aber bei dem Regen lasse ich das sein.

 

Diese herrlichen Vögel beobachte ich eine Zeitlang mit dem Fernglas. Leider beschlagen die Objektive nach kurzer Zeit immer mit Wasser.


In Island habe ich ganz im Gegensatz zu den USA überall Internet Verfügung. Und so kommt durch einen Zufall eine Kommunikation mit einem heimisch sitzenden Arbeitskollegen zustande. Er gibt mir wertvolle Tipps. Nur dadurch halte ich auf der Rückfahrt an einem vorher mir unscheinbaren Punkt.

 

 

Im Jahre 2010 brach der Vulkan Eyjafjallajökull aus. Das war der Beginn einer nie dagewesenen Reisewelle auf dieser Insel und gleichzeitig ein Schlag für eine Farmersfamilie. Ich kann mich an einem TV-Bericht über den Fall erinnern. Der Vulkan liegt gerade einmal 6 km Luftlinie entfernt und überschüttete die gesamte Ebene mit feiner Asche. Felder und Gebäude waren einheitlich schwarzgrau.

 

Vergleichbar ist solch eine Katastrophe vielleicht mit der Flut in Dresden. Denn die Einschnitte waren für die Leute gewaltig, die komplette Ernte verloren. Sie wurden mit Militärfahrzeugen in Sicherheit gebracht und durften hin und wieder zurück, um sich um das Vieh in den Ställen zu kümmern.

 

Aufgrund des Berichtes flogen plötzlich viele Leute nach Island und besichtigten unter anderem diese Farm. Die Leute standen der Familie im Wege. Aber anstatt zu fluchen, bauten sie einfach ein Museum auf und benannten es nach dem Verursacher. In dieses Museum bin ich gegangen und habe mit einen 20 minütigen Film angesehen. Ich kann nur sagen: Hoch interessant! Die Leute in Island sind wirklich hart im nehmen. Das Bild ist von einer Werbetafel an der Straßenseite entstanden.

 

Feierabend

Eine neue Unterkunft steht mal wieder an. Dieses Mal ist es der letzte Wechsel vor meinem Abflug.

Als ich eine Art Wohnstube betrete, sehe ich ein Pärchen, welches all ihr Hab und Gut weit verstreut haben. Sie versuchen verzweifelt zusätzlich das Gewicht eines Koffers mit einer steinzeitlichen Personenwaage abzuschätzen. Da greif ich in meinen Rucksack und zaubere innerhalb von Sekunden meine winzige mobile Kofferwaage hervor und sag "Hi", wie man das so eben so macht. Ihre Gesichter hättet ihr sehen sollen. 

Diese kleine Kofferwaage ist wirklich eine tolle Sache. Sie wiegt 50 Gramm und ist unfassbar genau. Zumindest stimmen die Gewichtsangaben später am Flughafen immer exakt überein.

 

Mein neues Zimmer:

Es hat mindestens 6 m² und dabei steht sogar ein Tisch(chen) drin. Das Bett ist gerade so breit, das ich die Beine seitlich leicht anwinkeln kann. Normalerweise brauch ich Platz, aber heute ist mir das irgendwie völlg egal.

 

Island 4

 

Letzter und Vorletzter Tag

Am folgenden Tag lasse ich Island Island sein und schlafe richtig aus. Als ich ins Auto steige ist es bereits 13 Uhr und ich fühle mich wieder völlig fit. Natürlich schaffe ich nicht mehr das geplante Tagesprogramm, daher kürze ich es einfach ein.

 

Von meinem Wunschprogramm habe ich noch einen Punkt offen: Die kontentintale Abspaltung USA und Europa live ansehen. Das kann man nämlich hier wunderbar. Normalerweise verlaufen solche Bruchzonen tief in der Erde. Hier in Island treten sie zu Tage.

Hier stehe ich und kann nicht anders als Amerika und Europa gleichzeitig anzufassen ;-)

 

 

 

Abschluss der Reise mit....

... (wie sollte es ander sein) einem Wasserfall und einem Geysir :-)

 

 

Auf der langen Rückfahrt sehe ich wieder einen Anhalter. Ich nehme ihn mit und er ist aufgeschlossen und total symphatisch. Sein Name ist Samuel und kommt aus Deutschland. Da er hier schon ein Jahr lang arbeitet, kann er mir etliche interessante Dinge erzählen. Das ist ein schönes i-Tüpfelchen auf der Islandreise.

 

So erfahre ich unter anderem, das eine eingeschleppte Planze die Täler und Berge noch vor kurzem noch komplett rötlich gefärbt hat. Der Sommer ist hier definitiv vorbei und die Touristenzahlen sind rückläufig. Und so weiter...

 

Aber natürlich stelle ich ihm die Frage, wie er mit den Leuten klar kommt. "Von einigen schwarzen Schafen abgesehen - sehr gut" ist die erste Antwort. "Aber sie sind anders. Man muss sich mit ihnen länger beschäftigen.  Im Allgmeinen sind die Leute kurz angebunden und zurückhaltend" fährt er fort.

Das bestätigt im vollen Umfange meine eigene Erfahrung.

 

 

 

 

Als ich wieder in der Unterkunft mein Abendessen zubereite, geht plötzlich die Tür auf und ein Schatten huscht an mir vorbei. Nanu, da hat es jemand eilig. Kurze Zeit später passiert gleiches mit einem zweiten Schatten.


Ich sehe auf und erkenne gerade noch eine junge Frau. Wie ein Mäusschen verschwindet sie flink in ihrem Zimmer. Eigenartig, normaler Weise begrüßten sich alle Gäste bisher gegenseitig. Ich höre auf im Topf zu rühren und schaue hin und wieder zur Tür, da geht sie wieder auf. Sie läuft tatsächlich Kopf gesengt und mit riesen Schritten an mir vorbei ins Bad.

 

Kurze Zeit später kommt Mäuserich mit gleicher Art ohne zu grüßen hinterher. Sie meiden jeden Augenkontakt. Über soviel Unsicherheit fange ich an mich zu amüsieren. Deshalb mach einen kleinen Spaß und setze mich provokant mit meinem inzwischen fertigen Essen ins Wohnzimmer. Nun sieht mich jede Person die rein oder rauskommt. Zuerst verlässt Maus die Wohnung und ich sage "good evening" oder was ähnliches. Sie schaut verdutzt und antwortet unsicher und kaum hörbar.

 

Dann folgt Ihr Begleiter. Er zückt sein Handy und schaut beim verlassen des Hauses unnatürlich gebannt in das Gerät. Damit vermeidet er erfolgreich jeglichen Augenkontakt. Wie die Beiden den Tag überstanden haben ist mir ein Rätsel.


Ich zieh mich an und schaffe das Fahrzeug zum Flughafen. 1300 km habe ich bei maximal 90km/h zurück gelegt. Das ist die Höchstgeschwindigkeit in Island. Der Verbrauch hat sich auf 4.3 l/100km Super eingestellt. Wäre ich noch langsamer gefahren, wäre das Benzin wieder oben raus gekommen. Zurück werde ich laufen, da zum ersten Mal wieder etwas Sonnenschein durch kommt und die Entfernung vom Flughafen zur Unterkunft nur 5 km beträgt. 

Nach 30 min Wandern trifft die Aussage meiner ersten Vermieterin ein, das sich das Wetter schnell hier ändert.  Ich werde pitschnass. Mist, so kurz vor dem Rückflug.

 

Somit trockne ich am Abend Hose, Jacke und Rucksack mit den Fön. Als ich mich zur Ruhe begebe, rumpelt es nebenan. Mäusschen ist wahrscheinlich aus dem Bett gefallen. Wie und wann sie zurück gekommen sind, habe ich nicht mitbekommen.

...es geht noch weiter


Die letzten beiden Blogs habe ich Turbogeschwindigkeit in der Bahn eingehackt. Tipp- oder Rechtschreibfehler sind nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.

Die Heimreise

Kaum zu gauben, das fast 4 Wochen um sind. Mir kommt es vor wie eine Woche. Wenn ich aber mir die Anzahl der Einzelberichte ansehe, bin ich erstaunt wie viel ich geschrieben habe. Das hätte ich im Vorfeld nie gedacht. Rückblickend war es ein enormer Zeitaufwand. Positiv für mich ist jedoch, das ich selbst einiges Nachlesen kann. Denn man verdrängt auch schnell wieder Dinge. Eigentliche eine tolle Sache, es wird wohl trotzdem mein erster und letzter Reiseblog bleiben.

 

Der Wecker klingelt mal wieder 5:00 Uhr. Eine halbe Stunde später fährt mich der Vermieter freundlicher Weise für ein paar ISK zum Flughafen. Eine Buslinie wird um diese Zeit angeblich noch nicht bedient. Mir ist es Recht und ich haue so die letzten Kronen auf den Kopf.

 

Am Flughafen geht es nach dem Check-In wie schon vor 5 Tagen recht eng zu. Ich lasse mich blöderweise zu früh in die Sicherheitskontrolle drängen. Kurz vor den Scannern fällt mir mein Frühstück wieder ein, das ich nun schmerzvoll entsorgen muss. Daran habe ich der Sekunde nicht gedacht. Im Sicherheitsbereich kaufe ich mir ein ähnliches Frühstück wieder.

Für nur 550 Kronen bekomme ich einen Erbeer-Joguhrt, das macht ungefähr 4,50 Euro. Das nur als exemplarischer Preis.

 

Der Flug ist fast schon Routine. Ich bin die ganzen 3 Stunden zwischen Start und Landung damit beschäftigt, ausgewählte Fotos von der Kamera per WLAN auf das iPad zu senden. Es soll eine erste Zusammenstellung auf dem handlichen Gerät werden. Erstaunlicher Weise schaffe ich es nicht, alle Fotos durch zu sehen.

 

Etwas anderes macht mir nebenbei Gedanken. Ursprünglich dachte ich, ich werde am Ankunftsterminal in Frankfurt einfach einmal quer durch die Halle zum Zug laufen müssen. Das ist ein Irrtum, wie sich heraus stellt. Ich werde mit dem Zubringer am Frankfurter Flughafen bis zur Nähe des Fernbahnhofes fahren müssen und habe zusätzlich noch Gehweg vor mir. Zusammen mit der Gepäckabholung und dem evtl. Zoll wird es mit der Abfahrtszeit knapp. Durch eine fantastische fachkundige "Laufanleitung", die mir heldenhafter Weise aus der Heimat zugesandt wurde, erhoffe ich Orientierungszeit zu sparen.

 

Das Flugzeug setzt mit 10 min Verspätung auf. Das Auskullern der Maschine an den Terminals vorbei dauert 5 min. Dann braucht es weitere 10 min, bis alle  Passagiere von Board der 767 gehen können. Es sind eben doch ein paar Leute mehr. Nach weiteren 10 min Laufen stehe ich am Gepäckband und warte.  Und da warte ich.

 

Die Uhr läuft und es braucht über 15 min, bis das Band anrückt. Es werden genau 5 Koffer ausgespuckt. Dann passiert 15 min gar nichts. Vielleicht hat einer der Spürhunde einen toten Marder in einem der Koffer entdeckt? Ich selbst und einige Leute neben mir werden leicht nervös. Meine Zugfahrkarte hat Zugbindung mitsamt Sitzplatzreservierung. Ich will diesen Zug erreichen.

Dann kommt es am Band geballt und ich halte den Koffer in der Hand. Augenblicklich lasse ich die Rollen des Koffers glühen und düse in zügigster Gangart zum Zoll.


Lustiger Weise interessiert keinen Menschen die Passkontrolle. Nach den strengen Kontrollen in England, USA und Island ist das leicht ungewohnt. Aber ich bin froh so fix wie möglich durch zu kommen. Dann erreiche ich den Skytrain. Exakt zwei Türen sind zum Besteigen dieses Zuges vorgesehen und vor jeder der Türen wartet jeweils --- eine Schulklasse! Die Kinder stehen exakt in einer Reihe und schreien durcheinander. Ich schaffe es als Einzelreisender, an den Kindern vorbei mich in den vollen Zug zu quetschen. Dabei ist das Gepäck am hinderlichsten.

 

Um es abzukürzen: Ich laufe stur die Wegbeschreibung ab und komme mit exakt 7 min Pufferzeit am Fernbahnhof an. Der Zug steht bereits und ich springe hinein. Sitzplatz suchen, Jacke ausziehen, Koffer ins Regal wuchten und bevor ich sitze rollt der Zug an. Geschafft!

 

So eine Zugreise ist echt bequem. Man rauscht im ICE mit 230 kmh durch die Landschaft, ohne Wind im Gesicht, es wird ein Kaffee gereicht und ich schreibe am Blog weiter. Tolle Sache, denn sogar Internet steht zur Verfügung.

 

Eigentlich hätte ich mit absoluter Sicherheit die Gelegenheit ein bestimmt tolles Gespräch zu führen. mir gegenüber sitzt nämlich eine symphatisch aussehende ältere Dame. Aber ich möchte diesen Blog zu Ende bringen und so hacke ich wie ein Specht auf Ecstasy in der Tastatur rum. Mit Erfolg. Kurz vor Dresden fließen die letzten abschliesenden Gedanken in die Reisebericht und ich finde dieses Wort tausend mal schöner - als Blog.

Der Zug gleitet langsam zum Hauptbahnhof Dresden.

 

Am Bahnhof werde ich freudig von Carola begrüßt. Nur 200 m hinter dem Bahnhof sehe ich ein Knäul von Menschen. Dort ist gerade eine Polizeirazia mit ca. 10 Polizisten im Gange. Eine Gruppe biertrinkender Dunkelhäutiger wird kontrolliert und eine Person wird gerade fest genommen. Zusammen mit dem schnüffelnden Drogenhund ergibt das ein aufgeregtes Bild.

 

Irgendwie ist es doch schön wieder zu Hause zu sein.

 

Bereits morgen ruft die Arbeit ihren säuselnden Gesang und durch den Zwischenaufenthalt in Island hoffe ich auf einen abgeschwächten Jetlag.

 

 

Nachtrag

Dinge, die es nicht in einen Blog geschafft haben und sonstiges Gedanken

 

 

 

0.

Der Blog ist nicht durchgegendert.

 

 


1.

In Oakdale sprachen wir auch über das Auto fahren. Dabei sprach unser Hausami aus, was wir auf der Fahrt selbst feststellten.

US-Amerikaner sind meist nett und freundlich. Steigt er aber in ein Auto und dreht den Zündschlüssel um, gehört ihm ab dieser Millisekunde die Straße. Nuja - ähnliche Erscheinungen gibt es ja auch bei uns... Nur ist die Verlängerung des bekannten männlichen Merkmales nicht ganz sooo lang.

 

 

 

Und was auch interessant und völlig unwichtig ist:

Die Spaltmaße an amerikanischen Autos nehmen nicht nur mit der Größe des Fahrzeuges proprtional zu, sondern starten auch bei einem Grundwert mit hoher Wiedererkennung.  Mich erinnern sie eher an hiesige reparierte Unfallwagen.


 

2.

Elektrischer Strom wird in USA aufgrund der 110 V so behandelt wie bei uns Leitungswasser. Die Steckerchen, Klingeldrähte und Dösschen können maximal mit einer altdeutschen Puppenstubeneinrichtung mithalten. Ich weis nicht, wie oft mir der Ladestecker vom iPad an der Wand rausgefallen ist, aber oft war früh der Akku nicht geladen. Es ist unglaublich, das damit offensichtlich auch Waschmaschinen und Klimaanlagen betrieben werden.


 

3.

Ich war nicht einmal im Mc Doof!

Ein Riesenburger aus einem der Steakhäuser. Der ist nicht nur groß sondern schmeckt auch hervorragend


 

4.

Island ist ein fantastisches, teures und sehr sicheres Reiseland. Nicht nur die Landschaft ist durch ihr raues Erscheinungsbild so beeindruckend, Die Einheimischen sind wie umschrieben kurz angebunden aber dennoch irgendwie entspannt. Die Kriminalitätsrate tangiert irgendwo gegen Null. Nirgends sind Obdachlose anzutreffen, oder sonstige Leute, die soweit gerutscht sind, um betteln zu müssen. Ich habe einzelne Frauen trampen und Autos mit offener Tür und den Wertsache im Innern stehen sehen. Der Fahrer war mal fix einkaufen. Weit und breit habe ich keine Polizei gesehen, wozu auch. Lediglich auf die Geschwindigkeit sollte man wohl achten. Mein Sicherheitsgefühl war sehr hoch und half den Erholungseffekt anzuheben. Da kann z.B. San Francisco noch so schön sein, aber es steht im völligen Gegensatz.

 

Diese Tatsache ist bemerkenswert, wurde doch Island 2008 von einer Bankenkrise fürchterlich heimgesucht. Ursache war die Degulierung der drei großen Banken Islands 7 Jahre zuvor. Um einen kompletten Zusammenbruch zu vermeiden, wurden die inländischen Privatvermögen von den spekulativen ausländischen Belastungen getrennt. Das verhinderte zwar nicht den Sturz der Währung und die Schädigung der Wirtschaft, aber die Landsleute wurden weitestgehend vor einem Desaster geschützt.

Höfdi-Haus Reykjavik: Hier trafen sich 1986 Ronald Reagan und Michail Gorbatschow zu ihrem ersten Gipfel


 

 

5.

 

Wisst ihr wie das ist, wenn man im zugewiesenen Sanitärbereich des Vertrauens an der Armatur steht, und es nicht gelingt wohltemperiertes Wasser zu entnehmen? Es geht nichts über die eindeutig händelbaren "Ideal Standart" Armaturen! Und das schon seit über 100 Jahren.

 


 

6.

 

Der Himmel im Yellow Stone National Park ist gigantisch! Dieses Foto ist ein singleshot und zeigt eindrucksvoll die Milchstrasse. Ich leuchte mit einer Taschenlampe, es ist kein Laserpointer ;-)

 

 

7.

 

Diese Seiten sind nicht über Google indiziert. Das bedeutet, das sie im Gegensatz zur üblichen Gewohnheit nicht per Google gefunden werden kann.


 

 

8.

 

Die meisten Fotos wurden mit den Kameras Fuji XT2 und XE2 aufgenommen. Einige Wenige mit einem Samsung S7 (z.B. das Höfdi-Haus). Die Fotos wurden vor dem Upload teilweise leicht bearbeitet.


 

9.

 

Ich möchte hiermit mich bei den Leuten bedanken, die mir wertvolle Tipps beim Erstellen der Webseite gegeben haben. Olli für die Retorik, Carola für die große Hilfe bezüglich der Schriftform. Clemens für den aufrichtigen Zuspruch ;-) und natürlich über jegliches feedback wie von Speedy.



 

Und jetzt?

Diesen Blog zu schreiben hat stellenweise ein Gefühl erzeugt, Steine in einen See zu werfen. Es macht Spaß die verschiedenen Effekte der Wellen zu erzeugen und damit zu spielen (Worte, Sätze, Episoden), aber irgendwann fragt man sich, wie es auf dem Grund so aussehen mag: Viele Steine wurden schon in diesen See geworfen...


So ist es auch mit Reiseblogs. Es gibt sie wie Sand am Meer im weiten Internet. Eigentlich war mein Reisebericht in erster Linie gedacht, der Flüchtigkeit von Whatsapp etwas entgegen zu setzen. Rückmeldungen sind dann naturgemäß zäher, ich habe aber einige erhalten und das hat mich echt gefreut! Dieses Echo ist sehr schön.

 

Diese Webseite besitzt keinen Klickzähler

Deswegen tappe ich im Dunkeln, wer sich das alles hier noch antut.

 

Ich möchte Euch ermuntern. Schreibt mir gern über die Kontaktseite - egal ob es gefallen oder nicht gefallen hat und sei es nur ein "Hallo, ich bin Ulf und lese mit". Auch bei offenen Fragen oder sonstigen Themen, wie zum Beispiel Reisetipps etc. pp - Ich antworte gewiss :-) 

 

In diesem Sinne, nun ist Feierabend!

 

Stephan

 

 

mehr lesen 1 Kommentare